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“Muslime & Globalisierung” – Kündigt sich in der Sahelzohne eine weitere, humanitäre Katastrophe an?

Weitere Hungersnot droht

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(IZ/IRD/IPS). Sieben von acht Regierungen im Sahel – der trockenen Zone zwischen der Sahara im Norden und den Savannen des Sudans im Süden – haben den einmaligen Schritt unternommen und den Notstand ausgreifen. Rund 12 Millionen Menschen in der Region seien vom Hunger bedroht.

Burkina Faso, der Tschad, Mali, Mauretanien, Niger, Kamerun und Nigeria riefen alle gleichermaßen nach internationaler Hilfe, um eine weitere Hungerkatastrophe auf dem Kontinent zu verhindern. Nur Senegal hat sich – aus poli­tischen Gründen – eines solchen Aufrufes bisher enthalten.

„Es ist ein katastrophales Jahr. Die Dürre ist gravierend und wir brauchen dringend ein ausländisches Eingreifen, um eine Hungersnot zu vermeiden“, warnte Ahmed Weddady, Direktor des mauretanischen Wasserministeriums. Sein Land hat weltweit die geringste Trinkwassermenge und musste die großen Ernteeinbußen der ganzen Region verzeichnen. Bereits jetzt leidet ein ­Drittel aller Mauretanier unter dringender ­Lebensmittelunsicherheit.

Die muslimische Hilfsorganisation Isla­mic Relief hat ein Team in die westaf­rikanische Sahelzone entsandt und bereitet sich auf einen Nothilfeeinsatz vor. Die Länderbüros von Islamic Relief in Niger, Mali und Tschad trafen bereits  Vorbereitungen zur Unterstützung von Betroffenen in Höhe von 4,5 Millionen Euro. „Die Zahl der Unternährten wächst stetig an, in manchen Regionen hat sie bereits 20 Prozent der Bevölkerung erreicht“, erklärte Frau Dr. Ouata­ra von Islamic Relief in Niger.

„Frühwarnungen für Ostafrika von Nichtregierungsorganisationen wurden im letzten Jahr nicht rechtzeitig berücksichtigt. Wir müssen jetzt handeln, um die Sahelzone und die Länder ­Westafrikas vor einer ähnlichen Tragödie wie am Horn von Afrika zu bewahren“, warnte Nuri Köseli, Sprecher von Islamic Relief Deutschland. Das Länderbüro von Islamic Relief in Niger plant zurzeit, sich auf Nahrungsmittelverteilung, Programme zur Einkommenssicherung sowie Wasser, Sanitär und Hygiene zu konzentrieren – vor allem in Tillaberi, einer der am stärksten betroffenen Regionen. In Tschad ist in mehr als sechs Gesundheitszentren die Nahrungsmittelversorgung zunächst von 8.000 Kleinkindern in Zusammenarbeit mit UNICEF und IMC vorgesehen.

Das Länderbüro in Mali berichtet, dass die Sicherheitslage durch bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Tuareg-Gruppen in Mali die Versorgung von Betroffenen erschwert. Dennoch werden auch hier Projekte zur Wasser- und sanitären Grundversorgung fortgesetzt. Durch die Häufung von Dürrezeiten im Sahel haben die lokalen Gemeinschaften keine Möglichkeit, sich von den vorangegangenen Krisen zu erholen. Die Vorräte sind aufgebraucht und die Viehherden konnten nicht wieder aufgestockt werden.

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