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“Muslime & Globalisierung” – Pro: Das Bewusstsein um ökologische Fragen baut Brücken, wo Ideologien scheitern. Von Joseph Mayton

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Während politische Bewegungen nicht in der Lage sind, ­Menschen unterschiedlicher Herkunft zu vereinen, erinnern drängende ökologische Herausforderungen die Menschheit an die Notwendigkeit eines globalen Zusammengehens.

(CGNews). In diesem März wurden weltbekannte Bauwerke und Monumente wie die Golden Gate Bridge in San Francisco, das Kolosseum in Rome oder die Pyramiden Ägyptens, gemeinsam mit mehr als 4.000 Städten in 128 Ländern, in Dunkelheit gehüllt. Die „Earth Hour 2010“ hatte durch die offizielle Abschaltung der Beleuchtung das Ziel, auf den globalen Klimawandel aufmerksam zu machen.

Das Ziel der Schaffung einer neuen globalen Gemeinschaft, die nicht auf politische Aktion, sondern auf ökologische Verantwortlichkeit abzielt, vereinte Umweltexperten, Organisationen und Aktivisten vom Westen bis zum Mittleren Osten. Ein Umweltaktivist sagte mir jüngst auf einer Kairoer Konferenz über den wachsenden Einfluss von Solarenergie: „Wir alle leben auf dem gleichen Planeten.“

Üblicherweise denken wir an Militär, Sicherheit und Wirtschaft, wenn es sich um die entscheidenden Fragen zwischen dem Westen und Nahen Osten handelt. Aber die Bewahrung und der Schutz unseres Planeten könnten sich als das erweisen, was uns wirklich verbindet.

In Sachen Umweltdenken sind die Ziele einfach auszumachen und zugleich überwältigend: Kampf gegen Klimawandel, die Reduzierung von Treibhausgasen, der Schutz des globalen Ökosystems und des Lebens in den Meeren, ein Ende der Abhängigkeit vom Öl und der Kampf gegen jene Konzerne, die nicht in der Lage sind, den inter­national anerkannten Ökostandards zu folgen.

Und wo der politische Aktivismus nicht in der Lage ist, die internationalen Unterschiede zu überbrücken, hat das Umweltschutzdenken Erfolg. Im Nahen Osten beispielsweise wird die Religion auch als Quelle für Spaltung und Konflikt benutzt, insbesondere wenn es sich um deren umstrittene Rolle in der Politik handelt. Das Umweltschutzdenken jedoch – im Westen wie im Nahen Osten – dient oft als vereinheitlichende Kraft. Spricht ein Muslim beispielsweise über die Notwendigkeit für nachhaltige alternative Energielösungen, können ein Christ oder ein Jude ähnliche Ziele definieren.

Ziad Hussein ist einer der ehemaligen politischen Aktivisten, die ein Reihe von Zielen in seiner Heimat Libanon verfolgten, aber den Umweltschutz nun zu seiner Zukunft machten. Im Augenblick lebt Hussein in Kalifornien, wo er mit Organisationen wie Greenpeace kooperiert, um Wälder vor ihrer Zerstörung zu schützen. Seine Arbeit, so Ziad Hussein, soll in der nächsten Zukunft in den Libanon übertragen werden. Hier hofft er, seine Mitbürger durch den Schutz der libanesischen Umwelt zu vereinigen.

Dabei verweist Ziad Hussein darauf, wie seine Freunde und Kollegen im Libanon die Umwelt nun als eine entscheidende öffentliche Frage betrachten. Denn ihr eigenes nationales Symbol, der Zedernbaum, stirbt aus. Ohne Anstrengungen zur Rettung und zum Schutz dieser Bäume „könnten diese wie der Dodo-Vogel aussterben“. Durch seine Gespräche mit libanesischen Führungsgestalten und Aktivisten hoffe er, eine Mobilisierung auf Grazwurzelebene anzustoßen, um Verantwortliche auf lokaler und nationaler Ebene auszubilden.

„Viele Menschen hier sagen, dass es einen tiefen Graben zwischen Ost und West gibt, aber ich habe dies in meiner Arbeit in Kalifornien nicht erfahren können. Wir alle haben die gleichen Ziele, und diese können leicht in den Nahen Osten übertragen werden“, sagte Ziad Hussein.

Anders als jede andere Bewegung erweist sich das ökologische Denken als wertvolles gegenseitiges Ziel. Ein Ziel, welches wirklich Grenzen, Kulturen und Menschen im Nahen Osten, dem Westen und darüber hinaus überschreitet.

Joseph Mayton ist Chefredakteur der Nachrichtenagentur Bikya Masr.

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