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“Muslime & Globalisierung” – Pro: Forderungen nach neuer Finanzordnung. Können Muslime Schritt halten? Von Sulaiman Wilms

Zum Golde drängt alles

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Immer lauter werden die Ideen für eine neue Finanzordnung artikuliert. Viele Menschen ­vo­tie­ren dabei für Gold und Silber. Muslime dürfen diesen Trend nicht verpassen und müssen über die so genannte „Islamic Finance“ hinaus denken.

(iz). In der globalen Finanzordnung kündigt sich etwas Neues an. Ob wir uns in der Abenddämmerung des Bisherigen befinden oder im Morgengrauen des Künftigen, ist unklar. Klar ist, dass die globale, durch Verschuldung und Kriege belastete Dollarökonomie nicht mehr bestehen kann. Dabei handelt es sich nicht um eine politisierte, oder ideologische Bewegung, sondern um die simple Einsicht, dass ein funktionsuntüchtiges Finanzwesen keine positiven Folgen zeitigt.

Vom russischen Präsidenten Medwedew bis zum lokalen Händler im malaysischen Kota Bharu, vom radikalliberalen Ökonomen bis zum ökologisch denkenden Muslim – alle eint über alle trennenden Gräben hinweg das Wissen, dass wir eine tragfähige Geldordnung brauchen. Sowohl auf lokaler wie auch auf globaler Ebene. Wie das Neue aussehen soll, ist unklar. Die Forderungen aber nach Währungen, die auf wirklichen Werten wie Gold und Silber basieren, stehen im Kern der Kritik. Außerdem eint alle das Verlangen, dass die Manipulation der bisherigen Währungen und ihre anhaltende unendliche Vermehrung enden müssen. Nicht nur Friedensaktivisten, sondern Ökonomen wie Joseph erkennen eine logische Verbindung zwischen dem Scheitern der bisherigen Dollarleitwährung und globalen Konflikten.

Sogar der revolutionärer Gedanken unverdächtige Weltbankchef Zoellick forderte die Rückkehr eines Goldstandards, um als Anker der bisherigen Währungsbewegungen zu fungieren. Zoelllick sagte im Vorfeld des diesjährigen G20-Gipfels in Seoul, dass ein überarbeiteter Goldstandard der Weltwirtschaft in Zeiten steigender Konflikte um die US-Leitwährung Stabilität verleihen könnte.

Im malaysischen Bundesstaat Kelantan beispielsweise hat dieser globale Bewusstseinswandel bereits zu konkreten Veränderungen geführt. Die dortige Landesregierung bietet ihren Angestellten seit Kurzem die Möglichkeit, einen Teil ihrer Bezüge in Gold- und Silbermünzen zu erhalten. Darüber hinaus gehen immer mehr Händler in der Regionalhauptstadt Kota Bharu dazu über, die staatlich garantierten Münzen zu akzeptieren. Auf dem lokalen Bazar stieß die Initiative bei Händlern verschiedener Herkunft auf ungeteilte Zustimmung.

Auch in unseren eigenen Landen mehren sich Regional- und Alternativwährungen, wie beispielsweise im österreichischen Langenegg, wo Gemeindevertreter vor zwei Jahren einstimmig eine eigene Währung einführten. Die dortigen „Talente“ können bei lokalen Geschäften und Gewerbetreibenden eingelöst werden. Nach Angaben des Regiogeld-Verbands gebe es bisher 21 lokale Alternativwährungen.

Es gib aber auch Initiativen, die auf den Gebrauch von Edelmetallen wie Gold und Silber setzen. Ein Trend übrigens, der an den Warenmärkten genau beobachtet und gerade unter professionellen Analysten befürwortet wird. So hatten sich die Betreiber des thüringischen Ilmtalers im Februar 2010 entschlossen, Silbermünzen mit verschiedenen Gewichten zu prägen.

Die unbegrenzte Globalisierung und nicht zu kontrollierende Staatsschulden sind – wenn es keine Alternativen zu ihnen gibt – für viele Länder eine reale Bedrohung. Aber auch Individuen können heute nicht mehr sicher sein, dass Spareinlagen oder Rentenansprüche in Zukunft noch einen Wert haben. Die Hellsichtigen und jene, die es sich leisten können, gehen schon seit geraumer Zeit in die Realwerte, um ihr Eigentum vor einem unkalkulierbaren Wertverlust zu bewahren. Die Betreiber der beliebten Webseite www.hartgeld.com raten daher selbstbewusst zu Gold und Silber, ohne sich mit so einer Aussage als skurrile Außenseiter fühlen zu müssen.

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