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Der Ramadan öffnet Türen

Muslime laden im Fastenmonat Prominenz und Nachbarn ein

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(iz). Der Ramadan ist eine der wichtigsten Praktiken des Muslims und bestimmt sein Verhältnis zum Schöpfer. Einen Monat lang fasten Muslime von morgens bis abends und sind entsprechend zurückhaltend in der Öffentlichkeit. Der Ramadan hat aber auch eine wichtige interne und ­externe soziale Funktion. Er stiftet den äußeren Anlaß für eine ganze Reihe ungewöhnlicher Begegnungen.

Inzwischen gibt es bei uns eine schöne Tradition, wonach muslimische Gemeinden und Organisationen zum Iftar – das gemeinsamen Fastenbrechen im Ramadan – auch ihre nichtmuslimischen Freunde, Nachbarn und Bekannten einladen. Der Ramadan wird somit zum Anlass für wichtige direkte Kontakte zwischen der Bevölkerung und den Muslimen, und die Moschee in der Nachbarschaft wird so zum offenen Haus.

Außerdem steigt mit den Besuchen das Verständnis, aber auch das Interesse an den Besonderheiten der islamischen Lebenspraxis. Die Spannbreite der Kontaktaufnahme ist in den muslimischen Gemeinden dabei weit: es werden Obdachlose bekocht und eingeladen, aber man empfängt sogar auch Bundes­prominenz. Berührungsängste gibt es dabei immer weniger. So lädt zum Beispiel der Koordinationsrat der Muslime (KRM) den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) in Berlin zum Iftar. Für viele Politiker dient der Ramadan so zur ersten Kontaktaufnahme mit einem wachsenden Teil der eigenen Bevölkerung.

In den letzten Jahren haben sich ebenso auch Städte, Gemeinden und sogar Ministerien – wie erstmalig zum Beispiel der baden-württembergische Stellvertretende Ministerpräsident und Justizminister Ulrich Goll (FDP) – bereit erklärt, ihrerseits ein Iftar auszurichten. An diesen Abenden gibt es zumeist ein Grußwort der geladenen Gäs­te und ein gemeinsames Essen. In vielen Gemeinden ist auch ein Besuch des Bürgermeisters beim ‘Id-Gebet ebenfalls keine Seltenheit mehr. Eine schöne Geste des Miteinanders und ein wichtiges Symbol des beginnenden Dialoges zwischen Staat und Muslimen.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), hat zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan zu einer Verständigung über die Religionsgrenzen hinweg aufgerufen. „Der Dialog der Kulturen und Religionen ist eine grundlegende Voraussetzung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für ein gedeihliches Miteinander in unserem Land“. Allerdings fehlt noch ein wichtiger Termin im Ramadankalender: Im Gegensatz zu den USA, wo der Präsident traditionell Muslime im Ramadan empfängt, war der Bundeskanzlerin Merkel so ein Termin bisher noch nicht wichtig genug.

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Khalil Breuer

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