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Nach dem Schock von Paris diskutieren Deutschlands Muslime über mögliche Folgen. Von Sulaiman Wilms

Klare Kante gegen Terror!

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(iz). Zu den häufig wiederkehrenden Ermahnungen Allahs im Qur’an an den Menschen gehört die Aufforderung, nachzudenken und über die Bedeutungen zu reflektieren. Das ist kein ergebnisloses Glasperlenspiel oder mentaler Zeitvertreib, sondern bei drastischen existenziellen Ereignissen wie den Pariser Anschlägen ein dringend gebotener Vorgang. Fehlt uns ein gemeinsames Nachdenken über Bedeutungen und Konsequenzen dieser Terroranschläge für unser Dasein, an diesem Ort, werden wir kaum in der Lage sein, erfolgreich und nachhaltig zu handeln. Das heißt, die berechtigte Forderung an Muslime, ganz besonders ihre kollektiven Strukturen, muss daher lauten: Reflexion statt Reflexe.

In vorderster Reihe der Verantwortung stehen hier muslimische Strukturen und koordinierende Gremien. Von ihnen darf – und muss – erwartet werden, dass sie mit den Untaten in der französischen Hauptstadt auf eine Art und Weise umgehen, die über die Plattitüden routiniert abgehandelter Pressekonferenzen und -mitteilungen hinausgeht. Wenig hilfreich scheint dabei die Verquickung von Abscheu angesichts der mörderischen Anschläge einerseits mit der Befürchtung zu sein, dass diese zu einer steigenden Muslimfeindlichkeit führen könnte.

Auch wenn sie nur symbolischer Natur sein mögen – wobei Symbole nie zu unterschätzen sind –, muss es das originäre Ziel des organisierten Islam sein, hier wirklich überzeugende Zeichen zu setzen. Dazu wäre eine sichtbare Mobilisierung von Muslimen in vielen Städten ein wichtiges Signal gewesen. Vergessen wir nicht, dass es als Reaktion auf die Pegida in ganz Deutschland zu einer enormen Solidarität auch mit Muslimen durch die Bürger auf der Straße kam.

Die kollektive Kommunikation von Muslimen muss sowohl auf die Ge­sell­schaft abzielen, als sich auch konstruktiv an die muslimische ­Gemeinschaft richten. Eine ausschließlich nach außen gerichtete Kommunikation des organisierten Islam mag dem Projekt „Repräsentation“ nützen, verfehlt aber die ebenso dringende Aufgabe, in dieser entscheidenden Frage einen dokumentierbaren muslimischen Konsens zu erzielen.

An diesem wichtigen Punkt, und angesichts der sofort wieder aufflammenden repressiven Rhetorik ihrer politischen Gesprächspartner, ist die muslimische Repräsentanz zuallererst gefordert, die Position des islamischem Rechts und der Lehre mit voller Trennschärfe zur Geltung zu bringen. Und sie muss allen Seiten – gerade den Rändern in unseren Reihen – kommunizieren, dass eine eindeutige Positionierung aus unserer korrekten Lehre kommt und kein aufgezwungener Reflex ist.

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Sulaiman Wilms

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