IZ News Ticker

Nadia Doukkali: Fastenbrechen-Kalender ist Integrationshilfe

Im dritten Jahr der Vermarktung ist der Iftarlender in verschiedenen Geschäften zu kaufen

Werbung

Foto: Honeyletter Production

München (KNA). Die Erfinderin des Fastenbrechen-Kalenders, Nadia Doukali (47), sieht in ihrem „Iftarlender“ eine Integrationshilfe. „Wir Muslime sind in Deutschland die zweitgrößte Religionsgemeinschaft und es gibt keine schönen Dinge für uns“, sagte die gebürtige Marokkanerin im Interview dem Online-Portal der „Süddeutschen Zeitung“. Traditionen wie Ostern, Weihnachten, der Valentinstag, der Vatertag würden in Deutschland vermarktet. „Aber die muslimische Mutter, die ihren Kindern den Ramadan versüßen will, findet im Supermarkt nichts!“ Nun, im dritten Jahr der Vermarktung, ist der Iftarlender in verschiedenen Geschäften zu kaufen.

Der Fastenbrechen-Kalender helfe zumindest, Muslime als Konsumenten sichtbar zu machen. „Vielleicht fangen allmählich ein paar Firmen an, Muslime als Zielgruppe mitzudenken“, erklärte Doukali. Sie habe wirklich darum kämpfen müssen, „dass der Ramadan in die Geschäfte kommt“. Am Dienstagabend beginnt der Fastenmonat der Muslime, ab Mittwochmorgen wird dann 30 Tage von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang gefastet.

Nadia Doukkali im Gespräch mit der Islamischen Zeitung.

Ein wichtiges Anliegen sei ihr auch, dass der Kalender die Religionen verbinden solle. Doukalis Slogan: „United in chocolate – vereint im Genuss.“ Der Iftarlender lehne sich an den Adventskalender an. Dies habe machen Muslime verunsichert. „Denen antworte ich, dass der Adventskalender nicht explizit christlich ist. Jesus hat seinen Jüngern nicht befohlen, täglich Nussschokolade zu essen. Das hat sich eine Hausfrau erst viel später ausgedacht“, so die Frankfurterin.

Zudem sei ihr Ansinnen bei der Erfindung gewesen, dass ihre Kinder wieder eine Verbindung zum Koran herstellen sollten. Sie selber „hatte eine schöne, emotionale Beziehung dazu. Hier in Deutschland ist das Thema so aufgeladen: Man hat Angst, als Muslimin verurteilt zu werden, man wird beäugt“, erklärte Nadia Doukali. Auf jedem Kalender-Türchen stehe deshalb ein Wort, das mit der Religion zu tun habe. „Auf unserer Facebook-Seite kann man nachlesen, woher der Begriff kommt und welche Bedeutung er hat. Ich zitiere dort aber auch aus der Bibel und aus der Thora, um zu zeigen, wie ähnlich wir uns sind“, so die 47-Jährige.

Ihr eigenes Ramadan-Verhalten bezeichnete die Unternehmerin als „grotesk“. Sie hab den Kalender erfunden, um den Ramadan bewusster anzugehen. „Aber seit ich das getan habe, gab es keinen einzigen besinnlichen Ramadan für mich mehr – weil ich so viele Anfragen beantworten muss und von Termin zu Termin hetze“, sagte Doukali.

Folgt uns für News auf:
https://www.facebook.com/islamischezeitungde

und:
https://twitter.com/izmedien

Noch kein IZ-Abo? Dann aber schnell!

Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen