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Neue Gallup-Studie widerlegt verbreitete Annahmen über Muslime in Deutschland. Von Safia Bouchari, Mainz

Die neuen Patrioten?

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(iz). Die aktuelle Studie „Gallup Coexist Index 2009“ hat erneut bestehende Stereotype über Muslime widerlegt. Eines der in den Medien am meisten hervorgehobenen Ergebnisse der weltweiten Studie über interreligiöse Beziehungen, die dieses mal als Schwerpunkt die Länder Deutschland, Frankreich und Großbritannien unter die Lupe nahm, war, dass Muslime sich offenbar noch stärker mit Deutschland identifizieren als die Gesamtbevölkerung. 40 Prozent der Muslime empfinden eine enge Bindung zu Deutschland, hingegen nur 32 Prozent der Bevölkerung Deutschlands insgesamt. Auch ist das Vertrauen der Muslime in Institutionen wie Justiz oder Regierung größer – so vertrauen 73 Prozent der Muslime den deutschen Gerichten, aber nur 49 Prozent der Gesamtbevölkerung. 61 Prozent der Muslime vertrauen der Regierung, hingegen nur 36 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Während 45 Prozent der Bundesbürger glauben, dass Muslime eben nicht loyal gegenüber Deutschland seien, bezeichneten sich 71 Prozent der Muslime als loyal.

Übereinstimmend sagten sowohl Muslime als auch Mehrheitsbevölkerung mit 97 beziehungsweise 96 Prozent, dass das Beherrschen der deutschen Sprache für die Integration wichtig sei – entgegen dem verbreiteten Eindruck, diese banale, selbstverständliche Erkenntnis hätte sich bei muslimischen Migranten noch nicht durchgesetzt. Wie weit beide Bevölkerungsteile bei ihren Einschätzungen auseinanderliegen, zeigt auch, dass 60 Prozent der Gesamtbevölkerung mit dem Kopftuch „Unterdrückung“ verbindet, aber nur 16 Prozent der befragten Muslime. In Großbritannien waren es übrigens nur 31 Prozent der Gesamtbevölkerung und 7 Prozent der Muslime. 69 Prozent der befragten Muslime Deutschlands assoziierten dagegen mit dem Kopftuch „Freiheit“. Auch zeigte sich, dass in Deutschland besonders viele Menschen aus der Gesamtbevölkerung wenig bis keinen Kontakt zu Menschen mit anderen Religionen haben und auch nicht haben wollen, und zwar stärker, als dies bei den Muslimen in Deutschland der Fall ist, die sich im Vergleich dazu offener und respektvoller gegenüber Angehörigen anderer Religionen zeigten.

Insgesamt zeigte die Studie, dass viele Annahmen über Muslime und Integration so nicht zutreffen, dass eine muslimische und deutsche Identität nicht im Widerspruch zueinander stehen und dass Muslime sich an der Gesellschaft beteiligen und positiv einbringen wollen.

Nun ist gerade auch die Mehrheitsgesellschaft gefragt, ihre Vorurteile abzubauen und Muslime besser kennzulernen. Die Türen sind weit offen.

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Safia Bouchari

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