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Neuer Studiengang für Imame an der Uni Osnabrück soll eine bestehende Lücke füllen. Von Yasin Alder

Weist das Modell in die Zukunft?

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(iz). An der Universität Osnabrück sollen ab Wintersemester 2010 Imame ausgebildet werden. Niedersachsens Integrationsminister Uwe Schünemann (CDU) und der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Albert Schmid, unterzeichneten in Nürnberg eine Absichtserklärung für einen bundesweiten Modellstudiengang.

Das Land plant ein zweisemestriges Weiterbildungsangebot für die Imame. Ziel sei es, die Kompetenzen der Imame in den Bereichen Politik und Gesellschaft, Gemeindepädagogik und Sprache zu verbessern, so Schünemann. „Wir erhoffen uns damit, Öffnungsprozesse in den muslimischen Gemeinden anzustoßen und die Integration der Muslime in Deutschland nachhaltig zu verbessern.“ Das BAMF werde sich anteilig an dem Vorhaben beteiligen, sagte Schmid. Die Imame hätten eine besondere Brückenfunktion zwischen den Moscheen und gesellschaftlichen Institutionen. Dazu benötigten sie ein umfassendes Wissen über Strukturen, Abläufe und Institutionen in Deutschland, so Schünemann. Dazu werde der Studiengang in Osnabrück künftig „erheblich beitragen“. An der Konzeption des Studiengangs hat von muslimischer Seite die Schura Niedersachsen mitgewirkt.

An der Uni Osnabrück wird es nun, so der für den Studiengang zuständige Prof. Rauf Ceylan gegenüber der IZ, zunächst ab Herbst 2010 ein zweisemestriges Weiterbildungsprogramm für Imame geben mit unter anderem den Modulen Deutsche Sprache, Deutsche und Europäische Geschichte, Die Rolle der Frau in Europa und interreligiöser Dialog. Ziel sei es, die Kompetenzen der Imame in den Bereichen Politik und Gesellschaft, Gemeindepäda­gogik und deutsche Sprache zu verbessern. Die Seminare werden in Form von Blockseminaren angeboten werden, damit es die Imame ihren Beruf in den Moscheevereinen problemlos weiterführen können. Grundsätzlich gehe es um die Imame der großen Verbände. „Das wird deutschlandweit einzigartig sein und hoffe, dass es Impulse für andere Bundesländer geben wird“, so Ceylan. „Dies ist aber nur ein Zwischenschritt. Langfristig wollen wir Imame in ordentlichen Studiengängen an der Uni-Osnabrück ausbilden.“

Seitens einzelner muslimischer Verbände, namentlich der DITIB, besteht nach IZ-Informationen allerdings Skepsis gegenüber dem neuen Studiengang, unter anderem vor einer zu dominanten staatlichen Einflussnahme auf die Imam-Ausbildung. Nach einem Vorschlag von Schünemann könnten derart ausgebildete Imame auch als Religionslehrer an Schulen tätig – und somit vom Staat bezahlt – werden.

Prof. Rauf Ceylan hat für die Zukunft noch einen weiteren Vorschlag: „Neben kurzfristig einzurichtenden Fortbildungen wie der in Osnabrück wäre auch die Idee zu verfolgen, parallel zur Jüdischen Hochschule in Heidelberg eine Islamische Hochschule zu errichten, an der alle Imame ausgebildet werden. Dies wäre eine Win-Win-Situation sowohl für die deutsch-muslimische Gemeinschaft als auch für die nichtmuslimische Mehrheitsgesellschaft.“

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