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Neuer Vorstand der SCHURA Hamburg „für Islam in einer pluralistischen Gesellschaft“

Noch ausstehende Problemfelder will der neue Vorstand zur Lösung bringen. Zusammenarbeit mit Behörden wurde als gut bewertet

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Foto: Schura Hamburg

Hamburg (SCHURA HH). Unter außerordentlich reger Beteiligung der Mitgliedschaft fand am Sonntag die Mitgliederversammlung von SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg statt. Hierzu waren Vertreterinnen und Vertreter von 48 der derzeit 55 Mitgliedsvereine im Bürgerhaus Wilhelmsburg erschienen.

Im Rechenschaftsbericht des Vorstandes ging der bisherige Vorsitzende Daniel Abdin auf zentrale Punkte der SCHURA-Arbeit der beiden letzten Jahre ein: In Kooperation mit der BASFI findet derzeit eine Qualifikationsreihe für die Imame der SCHURA-Gemeinden statt. Mit Besuchen u.a. im Rathaus, der Beratungsstelle i.bera, in einer Schule und einer Jugendberufsagentur sollen den Imamen vor allem gesellschaftspolitische Kenntnisse vermittelt werden. Dieses Programm, seitens SCHURA koordiniert von Geschäftsführer Fatih Yildiz,  wurde von den Imamen sehr gut angenommen.

Ferner wurden weitere Fortschritte erzielt bei der Umsetzung des Hamburger Religionsunterrichts für alle, der Betreuung muslimischer Strafgefangener in den Hamburger Justizvollzugsanstalten sowie der Krankenhausseelsorge. Abdin dankte den, hier federführend tätigen Vorstandsmitgliedern Özlem Nas und Hassan Ramadan.

Die Zusammenarbeit mit den hier jeweils zuständigen Behörden – BASFI, Schul- und Justizbehörde – wird als gut und produktiv bewertet. Wichtig sei auch, dass mit Senat und politischen Parteien kontinuierliche Gesprächsformate etabliert werden konnten: Mit Senatskanzlei, den religionspolitischen Sprechern der Bürgerschaftsfraktionen sowie den Fraktionen von SPD, Grünen und Linken gebe es fortlaufenden Austausch und Diskussionen.

Im Zentrum der Mitgliederversammlung stand die turnusmäßige Neuwahl des Vorstandes. Zu Vorsitzenden wurden Fatih Yildiz, Mohammad Alehosseini und Moez Ben-Khemis gewählt. Die Wahlen von Yildiz und Alehosseini erfolgten einstimmig, während Ben-Khemis in der Abstimmung über den bisherigen Vorsitzenden Abdin obsiegte. Fatih Yildiz und Mohammad Ale-Hosseini sind dabei nicht neu im Vorstand: Yildiz war bisher als Geschäftsführer zentral in verschiedenen Tätigkeitsfeldern verantwortlich, insbesondere bei der Organisation von Projekten und Veranstaltungen. Mohammad Alehosseini vertrat als Verantwortlicher für den interreligiösen Dialog SCHURA im Interreligiösen Forum. Aber auch Moez Ben-Khemis bringt Erfahrungen mit als Vorsitzender der Muhajirin-Moschee in St. Georg, dort aktiv in der Stadtteilarbeit und Mitorganisator des jährlichen Ramadan-Pavillons.

Neu als Beisitzer in den Vorstand gewählt wurde Mounib Doukali, der den Bereich interreligiöser Dialog verantworten wird. Er ist Imam der El-Iman-Moschee in Harburg und als Student der islamischen Theologie an der Universität Osnabrück auch ein in Deutschland ausgebildeter Imam. Durch seine Arbeit konnte El-Iman-Moschee positives Profil im Stadtteil Harburg gewinnen und darüber hinaus hat sich Doukali im Dialog mit den Kirchengemeinden in Harburg engagiert.

Von diesen Neubesetzungen abgesehen, wurden schon seit längerer Zeit tätige Vorstandsmitglieder wieder gewählt: Norbert Müller zuständig für Rechtsangelegenheiten und Beauftragter bei Senat und Bürgerschaft. Zulhajrat Fejzulahi, Imam der Albanischen Moschee, als Koordinator der Imame und der gemeindlichen Zusammenarbeit. Özlem Nas als Verantwortliche für die Bildungsarbeit und Vertreterin in den Gremien zum schulischen Religionsunterricht. Hassan Ramadan verantwortet weiter den Bereich der sozialen Arbeit und der Seelsorge. Als Schatzmeister wurde Sulejman Fejzulahi wieder gewählt.

Der neue Vorstand wird weiter die für SCHURA zentrale Orientierung verfolgen: „Wir treten ein für einen Islam in einer pluralistischen Gesellschaft Deutschlands. Unser Ziel ist ein gleichberechtigter Platz in der Mitte der Gesellschaft. Muslime sollen in jeder Form an der Gesellschaft teilhaben können und sie mitgestalten.“ Offenbar lancierte Gerüchte, bei SCHURA hätten „AKP-Hardliner die Macht übernommen“, bezeichnete Yildiz als „Blödsinn“. „Nichts liegt uns ferner als das“, versicherte auch Beisitzer Norbert Müller.

Wichtig wird nach Einschätzung der neuen Vorstandsmitglieder die Auseinandersetzung mit erstarkendem Rechtspopulismus und Islamfeindlichkeit sein: In breiten gesellschaftlichen Bündnissen werde man die Werte der pluralistischen Gesellschaft verteidigen. Deshalb werde sich SCHURA auch an der Großdemonstration „Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus“ 19. Mai beteiligen.

Noch ausstehende Problemfelder will der neue Vorstand zur Lösung bringen. Hierzu gehöre auch der Konflikt um den Qudstag. „Wir befinden uns in einem sehr produktiven Gesprächsprozess mit der neuen Leitung des Islamischen Zentrums und hoffen so kurzfristig zu einer Lösung zu gelangen, die keine weitere Belastung des Verhältnisses bringt“, so Fatih Yildiz.

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