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Nichts gegen den Genozid unternommen

Bosnien verklagt Serbien erneut wegen Völkermordes

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Foto: Paul Katzenberger | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Sarajevo (dpa). Bosnien-Herzegowina verklagt Serbien erneut vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag wegen Völkermordes im Bürgerkrieg von 1992 bis 1995. Das berichtete Bakir Izetbegovic, der für die muslimischen Bosniaken im Staatspräsidium sitzt, am Freitag in Sarajevo.

Demnach wird das Land Revision gegen ein IGH-Urteil von 2007 einlegen. Damals hatte die höchste Justizinstanz der Vereinten Nationen Serbien vom Vorwurf des Völkermordes im ostbosnischen Srebrenica im Juli 1995 freigesprochen. Serbische Einheiten hatten bis zu 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet.

Die Entscheidung von Izetbegovic, die von allen muslimischen Spitzenpolitikern mitgetragen wird, war im Vorfeld vor allem von führenden bosnisch-serbischen Politikern kritisiert worden. Sie hatten gedroht, im Falle einer neuen Genozid-Klage die Institutionen dieses Balkanlandes lahmzulegen.

Schon in dieser Woche war durch den Boykott serbischer Abgeordneter das Parlament nicht mehr arbeitsfähig. In Bosnien bilden die Muslime knapp die Bevölkerungsmehrheit. Die Serben machen etwa ein Drittel, die Kroaten rund 15 Prozent der 3,5 Millionen Einwohner aus.

Im Bürgerkrieg der drei Völker untereinander waren die bosnischen Serben von der benachbarten Republik Serbien mit Soldaten und Waffen unterstützt worden.

Das IGH-Gericht hatte Belgrad zwar vom Völkermord freigesprochen, aber festgestellt, dass Serbien nichts zur Verhinderung des Genozids in Bosnien unternommen habe.

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