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Pakistan: Muslime in Deutschland spenden großzügig

"Faste, bete, spende"

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(iz). Entgegen dem allgemeinen Trend, wonach die private Spendenbereitschaft für die Opfer der pakistanischen Flutkatastrophe nur sehr schleppend anlief, haben Muslime in Deutschland bisher große Hilfsbereitschaft für ihre muslimischen Schwestern und Brüder in Pakistan gezeigt. Dies verlautbarte eine längere Meldung des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle (DW-World).

Die muslimische Gemeinschaft habe sehr betroffen auf die Flut und die daraus folgende Not in Pakistan reagiert, wurde Dr. Ayyub Axel Köhler vom Zentralrat der Muslime (ZMD) zitiert. Für den diesjährigen Ramadan, der traditionell ohnehin ein Monat gesteigerter Wohltätigkeit ist, habe man daher das Motto „Faste, bete, spende“ ausgegeben. Köhler bezeichnete diese Großzügigkeit als eine „positive Eigenschaft der muslimischen Minderheit in Deutschland“. Es werde bei den Freitagsgebeten zu Spenden für Pakistan aufgerufen. Mahmut Askar vom türkisch-muslimischen Dachverband ATIB, auch Mitglied im Zentralrat, erklärte, dass viele Muslime auch über das Rote Kreuz beziehungsweise dessen muslimisches Äquivalent, den Roten Halbmond, spendeten. Auch der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) hatte zu Spenden für die Flutopfer aufgerufen.

Größere muslimische Hilfsorganisationen wie Islamic Relief engagierten sich bereits sehr in der Pakistan-Hilfe. Laut Nuri Köseli von Islamic Relief seien bereits innerhalb der ersten Woche rund 100.000 Euro Spenden bei seiner Organisation eingegangen. Islamic Relief, Mitglied des Economic und Social Council der UNO, hat auch Hilfspersonal vor Ort in Pakistan und garantiert, dass die Spenden auch bei den Bedürftigen ankommen. Auch die Organisation muslimehelfen ist in Pakistan tätig, wo sie beispielsweise Notunterkünfte für gut 2.000 Flutopfer bereitstellte.

Laut DW-World hat die deutsch-türkische Organisation Time to Help die Möglichkeit von Spenden per SMS entwickelt. Nachdem man sich angemeldet und ein Passwort erhalten habe, kann man fünf Euro per SMS spenden. So seien laut Burhanettin Demir von Time to Help innerhalb von fünf Tagen rund 20.000 Euro zusammengekommen. Die Organisation wirbt insbesondere in der Türkei. In Pakistan arbeitet sie mit der PakTurk Foundation zusammen, und gemeinsam sei man bereits bei dem verheerenden Erdbeben von 2005 in Nordpakistan tätig geworden, so Demir.

ZMD-Generalsekretär Aiman Mazyek verlautbarte: „Unsere Solidarität gilt allen Opfern, gleich ob sie Muslime, Christen, Hindu sind oder gar keiner Religion angehören. Und unsere Empathie gehört insbesondere den Kindern und den Ärmsten der Armen, die von der Flutkatastrophe am stärksten betroffen sind. Not leidende Menschen sind in erster Linie Menschen wie wir alle, und in zweiter Linie sind sie Angehörige einer bestimmten Religion, Rasse oder Kultur.“

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