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Pakistans Metropole Lahore lässt niemanden los, der sie einmal besucht hat. Von Hamid Khan

Stadt der Könige

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Lahore, die Hauptstadt des Punjabs, ist das kulturelle, intellektuelle und künstlerische Zentrum Pakistans. Diese reiche und lebendige Stadt erweckt die Sinne zum Leben.

Dschinney Lahore nain wekhjaa, o dschmeja nain! – Wer Lahore nicht gesehen hat, wurde nicht geboren!“ Dies ist ein geflügeltes Wort unter den Einheimischen von Lahore, wenn sie die Möglichkeit haben, mit einem Fremden zu sprechen. Insbesondere jemand wie ich, der Punjabi, die lokale Sprache, beherrscht und versteht. Warum also die ganze Aufregung? Was gibt es denn in Lahore? Überlegen wir mal – (…) die Badshahi-Moschee, die Festung von Lahore, die Shalimar-Gärten, Kim’s Kanone, das städtische Museum, Wapda House, das Ravi (…) die Liste der historischen Denkmäler, welche die Stadt schmücken, lässt sich endlos verlängern.

Meine Kindheitserinnerung an eine Taxifahrt mit meinen Eltern zum Pearl Continental, dem Avari oder einem der geschmackvollen chinesischen Restaurants wird mich nie verlassen. Genauso wenig wie das Labyrinth der Ampeln, Gerüche und Geräuschkulissen, die Straßenbettler an beinahe jedem Stopp und die großen Schnurrbärte der Wachen, die uns am Avari willkommen hießen.

Ich befand mich in einem Zug, der aus Gujarat nach Lahore reiste und mit mehr als 160 Stundenkilometern an Gujranwala vorbei schoss. Dort saß ich gemeinsam mit meinen Landsleuten aus dem Punjab, was mir das Gefühl vermittelte, ein Einheimischer zu sein – entweder durch Blickkontakte, durch gemeinsame Gespräche oder indem sie mir örtliche Delikatessen anboten, die sie auf ihrer Reise mitgebracht hatten.

Lahore verfügt über einige der prächtigsten Wohnbauprojekte des gesamten Indischen Subkontinents überhaupt. Sie sind voller architektonischer Innovationen, faszinierender Farbschemen, Inneneinrichtungen und einer atemberaubenden Länge und Breite der Gärten. Gebiete wie Johar Town, Defence, Wapda und Behria Town sind sehenswerte und aufstrebende Gegenden.

Neben allem anderen – und insbesondere bei Pakistanis, die im Ausland leben – wird Lahore mit seiner leckeren, traditionellen Küche in Verbindung gebracht. Ein wichtiges Ziel dafür ist die nächtliche Food Street. Jeder Einheimische kann Ihnen den Weg dorthin erklären. Reihen voller Tische sind gefüllt mit Abendessen, und die Straßen sind dicht gedrängt mit Leuten, die sich noch nicht entschieden haben. Pakoras, Pooris, gebratenes Sajj-Hühnchen, Murgh Karahi. Verkäufer die kaschmirischen Tee anbieten – rosa, milchig und serviert mit gehackten Pistazien. Was für eine Freude!

China ist ein wichtiger strategischer politischer und militärischer Verbündeter Pakistans. Daher ist sein Einfluss auch in dem gastronomischem Viertel Lahores zu spüren. Hier finden sich kombinierte chinesisch-pakistanische Speisen, die frisch vom Tawa bestellt werden können – ein Küchengerät, dass überwiegend auf dem Subkontinent benutzt wird, um frische Chappatis und andere Lebensmittel zu backen.

Ich erinnere mich an meinen ersten Lahore-Besuch als Kind, als meine Onkel väterlichererseits mir leidenschaftlich über die historischen Stätten Lahores und ihre Bedeutung für uns als Pakistanis erzählten. Sie erwähnten mir Orte, von denen ich nur selten gehört hatte. Mir fällt ein, wie fasziniert ich damals war, wie und warum solche Denkmäler so symbolisch wichtig sein konnten und warum sie eine so leidenschaftliche Wirkung auf jene hatten, die sie beinahe täglich sahen. Für einen neunjährigen Desi [indischer Begriff für einen Menschen vom Subkontinent] aus dem Ausland war dies eine Offenbarung: Wie kann ein Mensch – oder ein Volk – die gleiche Sache regelmäßig sehen und sie nicht als gegeben hinnehmen? An ihr muss etwas sehr spezielles sein.

Auf einem Ausflug mit Cousins und anderen Verwandten entschied ich mich damals, hinter meinem Onkel auf seiner Yamaha zu fahren, ohne Helm – die atemberaubendste und erschreckendste Erfahrung, an die ich mich erinnern kann. Wir besuchten die meisten der historischen Gebäude des Moghulreiches. Noch heute, viele Jahre später, steht mir die Erinnerung an sie deutlich vor Augen.

Unser Erbe der Moghuln und seine Größe ist beinahe fühlbar, hat man einmal seine Architektur gesehen. Und, wie die Einheimischen stolz ausrufen, Lahore muss man gesehen haben.

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