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Politiker zeigen sich erschüttert

Weltweite Ablehnung der Terroranschläge

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Foto: Sandro Halank, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Berlin (dpa/iz). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Trauer über die Terroranschläge auf zwei Moscheen in Neuseeland ausgedrückt. „Es handelt sich hier um einen perfiden Angriff auf Betende und ihre Gotteshäuser“, sagte Merkel am Freitag nach einem Spitzentreffen mit den deutschen Wirtschaftsverbänden in München. „Das ist ein Anschlag, der gegen Muslime gerichtet ist. Er ist damit auch ein Anschlag auf die neuseeländische Demokratie und auf die offene und tolerante Gesellschaft“, betonte Merkel. „Wir teilen diese Werte mit Neuseeland. Und damit teilen wir auch das Entsetzen und die Verurteilung dieser schrecklichen Tat.“ 

Zuvor hatte ihr Sprecher Steffen Seibert bereits in ihrem Namen auf Twitter die Anteilnahme ausgedrückt. „Tief erschüttert verfolge ich die Nachrichten aus Christchurch“, hieß es in der Mitteilung. „Ich trauere mit den Neuseeländern um ihre Mitbürger, die friedlich betend in ihren Moscheen überfallen und aus rassistischem Hass ermordet wurden.“

Außenminister Heiko Maas sagte zum Auftakt einer Konferenz über Rüstungskontrolle  Berlin, „dass wir, und mehr können wir zurzeit nicht tun, in Gedanken bei den Verletzten und auch bei den Angehörigen“ der Opfer sind. Er verurteilte die Tat als schrecklichen Anschlag. Maas sagte: „Wir können heute Morgen keine Konferenz über neue Waffensysteme durchführen, ohne auch an das zu erinnern, was heute Nacht in Neuseeland geschehen ist.“

Auch der Bundesrat gedachte zu Beginn seiner Sitzung der Opfer mit einem kurzen Schweigen. „Wir verurteilen die sinnlose Gewalt auf das Äußerste“, sagte Präsident Daniel Günther. Die Gedanken seien bei den Verletzten, den Angehörigen der Toten und der gesamten Nation.

Istanbul. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Terroranschläge  in Christchurch scharf verurteilt. Sie seien „das jüngste Beispiel des wachsenden Rassismus und der Islam-Phobie“, schrieb Erdogan auf Twitter am Freitagmorgen (Ortszeit). Später forderte er während einer Rede in Istanbul „die ganze Welt und besonders die westlichen Länder auf, dringend Maßnahmen gegen diesen gefährlichen Trend zu ergreifen“. Diese Auffassung vom Islam habe sich besonders in westlichen Ländern ausgebreitet wie Krebs.

Moskau. Russland verurteilte den Terroranschlag scharf. „Der Angriff auf friedliche Bürger, die sich zum Gebet versammelt haben, erschüttert in seiner Grausamkeit und in seinem Zynismus“, erklärte Präsident Wladimir Putin einer Mitteilung des Kremls zufolge. Er habe Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern in einem Schreiben sein tiefstes Beileid ausgedrückt. Russland teile die Trauer mit denjenigen, die Angehörige verloren hätten. Alle Personen, die an dem Verbrechen beteiligt waren, müssten eine „verdiente Strafe“ bekommen, forderte der Kremlchef.

London. Die britische Königin Elizabeth II. sprach den Familien und Freunden der Opfer ihr Beileid aus. „Ich zolle auch den Rettungsdiensten und Freiwilligen Anerkennung, die sich um die Verletzten gekümmert haben“, teilte die Queen mit.

Die britische Premierministerin Theresa May kondolierte ebenfalls den Menschen in Neuseeland. „Meine Gedanken sind bei allen, die von diesem abscheulichen Gewaltakt betroffen sind“, schrieb die Regierungschefin im Kurznachrichtendienst Twitter.

Die Polizei kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen rund um Moscheen in Großbritannien zu erhöhen.

Washington. US-Präsident Donald Trump hat sich bestürzt gezeigt. „Mein herzliches Beileid und meine besten Wünsche gehen an die Menschen in Neuseeland nach dem schrecklichen Massaker in den Moscheen“, schrieb Trump am Freitagmorgen (Ortszeit) auf Twitter. 49 unschuldige Menschen seien sinnlos gestorben und viele weitere schwer verletzt worden. Trump sicherte dem Land die Unterstützung seiner Regierung zu. Die USA stünden an der Seite Neuseelands, erklärte er. 

Rom. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte zeigte sich erschüttert. „Wehrlose Menschen wurden getroffen, während sie sich an einem Ort des Gebets aufhielten. Jede Form von Intoleranz, Hass und Gewalt ist inakzeptabel“, twitterte der Premierminister am Freitag. Auch Vize-Premierminister Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung gedachte der Opfer von Christchurch. „Italien ist all jenen Familien nah, die heute mit ansehen mussten, wie ein lieber Mensch fortgeht oder durch die Hand des Terrorismus verwundet wurde.“ Vize-Premierminister Matteo Salvini von der rechten Lega äußerte sich zunächst nicht. 

Papst Franziskus hat mit Bestürzung auf die Anschläge reagiert. Das katholische Kirchenoberhaupt sei tief betrübt gewesen, als er von den sinnlosen Gewalttaten erfahren habe, hieß es am Freitag in einem Telegramm des Vatikans. „Im Angesicht dieser Angriffe sichert er allen Neuseeländern und insbesondere der muslimischen Gemeinde seine tief empfundene Solidarität zu.“ Der Pontifex bete für „die Heilung der Verletzten, den Trost für diejenigen, die den Verlust ihrer Lieben betrauern, und für alle diejenigen, die von dieser Tragödie betroffen sind“. 

Brüssel. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sicherte Neuseeland die Solidarität des Militärbündnisses zu. „Bei der Verteidigung unserer offenen Gesellschaften und gemeinsamen Werte steht die Nato an der Seite ihres Freundes und Partners Neuseeland“, schrieb der Norweger am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter. Er verurteile den „entsetzlichen Terroranschlag“ aufs Schärfste.

Die EU-Spitzen haben ihr Mitgefühl ausgedrückt und die Solidarität der Europäer versichert. „Unsere Gedanken in Europa sind mit den Opfern und ihren Familien“, schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag auf Twitter. „Der brutale Angriff wird die Toleranz und den Anstand, wofür Neuseeland berühmt ist, niemals schmälern.“ Premierministerin Jacinda Ardern könne auf die Solidarität der Europäer zählen.

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker drückte seine Anteilnahme aus. „Die Europäische Union trauert heute mit euch und wir werden immer gegen jene an eurer Seite stehen, die auf abscheuliche Weise unsere Gesellschaften und unsere Art zu leben zerstören wollen.“ Der Anschlag auf unschuldige Menschen könne den Werten und der Kultur von Frieden und Einigkeit, die die EU und Neuseeland teilten, nicht mehr entgegenstehen. „Wir wünschen den Verletzten und ihren Familien Kraft und Tapferkeit.“  

Teheran. Der Iran verurteilte die Anschläge aufs Schärfste. Der Iran verurteile Terrorismus in jeder Form und unter welchem Motiv auch immer. „Daher fordern wir von der neuseeländischen Regierung auch eine lückenlose Aufklärung dieses brutalen und unmenschlichen Terrorakts“, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi am Freitag. Rassismus im Allgemeinen und Islamfeindlichkeit im Besonderen bedrohten die Sicherheit von Menschen weltweit und sollten daher auch weltweit verurteilt und bekämpft werden, so der Sprecher nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Riad. Auch Saudi-Arabien und andere arabische Staaten verurteilten den Anschlag: „Terror hat keine Religion und keine Heimat“, hieß es am Freitag aus dem Außenministerium in Riad, wie die staatliche saudische Agentur SPA meldete. Das ägyptische Außenministerium erklärte, dieser „niederträchtige Terrorakt“ widerspreche „allen humanen Prinzipien“. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) teilten mit, sie lehnten jede Form des Terrors ab und stünden an der Seite Neuseelands. 

Kopenhagen. Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen schrieb am Freitag auf Twitter: „Zutiefst traurig über die Nachricht von den schrecklichen Terrortaten in Christchurch.“ Seine Gedanken seien beim neuseeländischen Volk und den Familien der Opfer. Dänemark stehe an der Seite Neuseelands und von Premierministerin Jacinda Ardern. Außenminister Anders Samuelsen twitterte, es handele sich um ganz entsetzliche Nachrichten aus Neuseeland. Der Extremismus habe wieder sein hässliches Gesicht gezeigt. „Wir müssen weiter gegen Extremismus und Gewalt kämpfen, ganz egal, in welcher Form er kommt.“ 

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