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Prof. Fuat Sezgin als „Entdecker des verlorenen Schatzes“. Von Nesrin Cipa, Istanbul

Lebenswerk ausgezeichnet

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(iz). Unter dem Titel „Der Entdecker des verlorenen Schatzes“ ehrte die Stadt Istanbul am 23. Januar 2010 den renommierten Orientalisten Prof. Dr. Fuat Sezgin , der an der Universität Frankfurt am Main eine Professur hatte. An der Ehrenveranstaltung nahm Sezgin in Begleitung seiner Frau Dr. Ursula Sezgin teil, die ebenfalls als Islamwissenschaftlerin ihren Mann bei seinen Forschungen unterstützt.

An Stelle von Oberbürgermeister Kadir Topbas, der wegen der schlechten Wetterverhältnisse verhindert war, sprach Muammer Güler, Governeur von Istanbul, die Grußworte. Neben staatlichen und lokalen Politikern nahmen auch zahlreiche Wissenschaftler, Professoren, Studenten und Bürger an der Ehrung teil.

Es wurde ein Dokumentarfilm über das Leben und das Lebenswerk von Sezgin gezeigt, in dem der Wissenschaftler als „der Entdecker des verlorenen Schatzes“ bezeichnet wurde, der mit seinen Arbeiten und Forschungen und den zwei Museen, dem 1982 in Frankfurt am Main eröffneten Institut für die Geschichte der arabisch-islamischen Wissenschaften und dem angeschlossenen Museum, sowie dem im Mai 2008 in Istanbul eröffneten Museum für die Geschichte der Wissenschaft und Technik im Islam (Istanbul Islam Bilim ve Teknoloji Tarih Müzesi) einen enormen Beitrag leiste, die Bedeutung der muslimischen Wissenschaften der Vergangenheit ins heutige Bewusstsein der Menschen weltweit zu bringen, da leider viele Menschen in der Gegenwart diesem Thema keine Beachtung schenke oder es gar verleugneten.

Nach dem Militärputsch 1960 in der Türkei wurden 147 Akademiker aufgrund politischer Verhältnisse von den Universitäten ausgewiesen. Sezgin befand sich unter diesen Akademikern, musste wider Willen seine Heimat verlassen und kam schweren Herzens 1961 an die Universität Frankfurt, wo er zunächst eine Gastprofessur erhielt und ab 1965 eine Stelle als Professor annahm.

Seit über 50 Jahren arbeitet und forscht der bekannte Wissenschaftler im Bereich der Geschichtswissenschaften. Prof. Dr. Fuat Sezgin hat wissenschaftlich herausgefunden, dass in bedeutenden Erfindungen und wissenschaftlichen Entdeckungen von europäischen beziehungsweise westlichen Forschern und Gelehrten wissenschaftliche Erkenntnisse und Entdeckungen von muslimischen Wissenschaftlern stecken. Laut Sezgin wissen die meisten Europäer nicht, dass ihre Zivilisation und ihre Wissenschaften den islamischen Wissenschaftlern zu verdanken ist. Den Angaben Sezgins zufolge erlebte die islamische Wissenschaft vom 8. bis zum 16. Jahrhundert ihre Hochblüte.

In dieser Epoche wurden originelle Erforschungen und Entdeckungen gemacht. Nach Sezgin haben die Muslime aus anderen Kulturkreisen – hier insbesondere von den Griechen – Wissenschaften übernommen, diese weiter­entwickelt, neue Wissenschaftszweige ­erfunden und einigen heutigen Wissenschaftszweigen den Weg geebnet. Bei dieser Arbeit spielte die Religion eine nicht zu unterschätzende Rolle, so Prof. Dr. Sezgin.

Nach dem Dokumentarfilm sprachen vier türkische Akademiker und ein Unternehmer auf einer Podiumsdiskussion über die Persönlichkeit und das Lebenswerk von Sezgin. Prof. Dr. Irfan Yilmaz, Dozent an einer Universität in Izmir, hat auf Türkisch ein Buch mit dem Titel „Der Entdecker des verlorenen Schatzes – Fuat Sezgin“ veröffentlicht, in dem er die Biografie und das Lebenswerk von Sezgin thematisiert. Yilmaz zufolge möchte Sezgin bezüglich seines Werkes erwähnt werden und nicht bezüglich seines Lebens. Eine erwähnenswerte Eigenschaft von Segzin sei seine Bescheidenheit, die er als Wissenschaftler und Mensch an den Tag lege. Zweiter Redner war der Unternehmer Ethem Sancak, der den Professor mit dem Darsteller des Films „Indiana Jones“ verglich und meinte, Sezgin sei der Entdecker der Wissenschaften einer 1.400 Jahre alten Zivilisation, die bisher keine Erwähnung gefunden hatten.

Prof. Dr. Hüseyin Ülgen, Professor an der Juristischen Fakultät der Universität Istanbul, erwähnte die Worte des deutschen Orientalisten Helmut Ritter, der zugleich der Lehrer Sezgins war, wie folgt: „Ich bin in meinem Bereich ein König, aber ich habe einen Nachfolger gefunden, und dieser Nachfolger wird mich übertreffen“. Nach den Worten von Ülgen sei Fuat Sezgin ein Wissenschaftsdenkmal, den man mit Eigenschaftswörtern nicht beschreiben könne. Er machte auch auf die Familie von Fuat Sezgin aufmerksam und dankte ihnen, seiner Frau Dr. Ursula Sezgin, die als Islamwissenschaftlerin ihren Mann bei seinen Arbeiten unterstützt und seiner Tochter Hilal Sezgin, eine bekannte und erfolgreiche Schriftstellerin und Journalistin in Deutschland.

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