IZ News Ticker

Qualitäts­verlust unserer Sprache. Ein Kommentar von Sulaiman Wilms

Spricht die Sprache immer noch zu uns?

Werbung

(iz). Angesichts eines offenkundigen Qualitäts­verlustes unserer Sprache stellt sich die ­Frage, inwieweit diese überhaupt noch in der Lage sein kann, Wahrheiten und Wirklichkeiten zu transportieren. Vom Jargon des politischen Journalismus, über die allgegenwärtigen Produkte der Werbe- und PR-Industrie bis zum unsäglich verflachten Kommerz-TV – wir alle haben unseren Anteil am Niedergang unseres wichtigsten Werkzeuges für den zwischenmenschlichen Austausch.

Dieser Prozess, so könnte man meinen, setzt sich ­mittlerweile bis auf die individual-genetische Ebene fort. Der Schluss liegt zumindest nahe, wenn wir die sprachlichen Äußerungen auch so man­cher muslimischer Jugendlicher („Ey Alter, schwör ’isch!“) in der Öffentlichkeit ­betrachten.

Wer hat nun Recht: Der alte Heidegger, der meinte, die Sprache sei das Haus der Wahrheit und der Mensch ihr Hüter? Oder der junge Wiglaf Droste (bevor er sich aus nachvollziehbaren Gründen in die angenehmeren Gefilde des Schöngeistigen verabschiedete), der meinte, der Journalist sei der natürliche Feind der Sprache? Die Antwort, so sehr man auch die erste Option favorisieren mag, bleibt in der heutigen Welt offen.

In allen Bereichen wird eine ungenaue und manipulierende Sprache eingesetzt. Darunter leiden nicht nur die betroffenen Sachverhalte, sondern auch unsere Kommunikation selbst. Ob es sich dabei um Worthülsen, Leervokabeln, sinnlose Anglizismen oder um Nebulöses handelt, ist unerheblich. Dies wirkt bis hinab auf die fundamentale neurologische Ebene. Werden wir – im Einheitsbrei des massenhaften Gebrabbels – mit einfachen, eingän­gigen und polarisierenden Slogans bombardiert, kann unser Denken Schaden nehmen. Bei existenziellen Fragen überwiegen mittlerweile vielfach Überzeugen, die den Charak­ter von Glaubensinhalten angenommen haben. Fehlt es doch den meisten unter uns an fundiertem Wissen (und Zeit!), um uns wirklich einem umstrittenen Thema widmen zu können.

Gibt es einen Ausweg? Für uns Muslime, die an offenbartes Wissen glauben, schon… Die ganze qur’anische Offenbarung und ihr ­Prozess der Herabsendung wurde in ­Sprache gegossen. Spricht doch Allah uns in Seinem Noblen Buch direkt an. Und reden wir nicht mit Ihm, wenn wir uns Ihm im Gebet zuwen­den? In der qur’anischen Beschreibung des Propheten Adam erfahren wir, wie diesem die Namen aller Dinge gelehrt wurden. Es wird Zeit, dass sich Deutschlands Muslime daran erinnern und zu einem sprachlichen Vorbild für andere werden.

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen