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Rassismus: Mazyek dringt auf „echte Debatte“

ZMD-Chef betont den Zusammenhalt mit Juden in Deutschland

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Foto: Leonard Lenz, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC0 1.0

Köln (KNA) Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, vermisst in Deutschland eine „echte Debatte“ über Rassismus. Auch hierzulande seien in Behörden und anderswo immer wieder ein gewisser latenter Rassismus oder Vorurteile zu finden, sagte Mazyek am 6. Juni im Deutschlandfunk mit Blick auf den Tod eines Schwarzen bei einem Polizeieinsatz in den USA.

„Wenn wir vom sogenannten Alltagsrassismus sprechen, dann ist das genau dieser“, so Mazyek. Es brauche eine „echte Debatte“ und nicht nur Betroffenheitskultur oder „mal ein Hashtag gegen Rassismus“.

In Deutschland gebe es viel „aufzuräumen“ bei dem Thema, so Mazyek. „Wir verharmlosen oft, wir blenden aus, oder wir tun so, als wäre es nur ein Thema von Rechtsextremismus.“ Es gebe aber auch einen Rassismus, „der sich immer mehr Bahn bricht in die Mitte der Gesellschaft“. Mazyek sagte, auch er selbst habe bisweilen schon Angst vor der Polizei in Deutschland gehabt. Auch gebe es sogenannte No-go-Areas für Menschen mit nicht weißer Hautfarbe.

Es sei nötig, die Gesellschaft insgesamt zu sensibilisieren. So brauche es seit langem eine wissenschaftliche Diskussion über das Phänomen antimuslimischen Rassismus, etwa im Bundestag. Mitarbeiter in den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz sowie Pädagogen müssten zudem besser ausgebildet werden.

Niemandem in Deutschland werde ein „Zacken aus der Krone“ brechen, wenn man Rassismus in der Gesellschaft eingestehe, sagte Mazyek. Wenn Muslime sich extremistisch oder rassistisch äußerten, „dann müssen wir das klar benennen und eben nicht herumschwurbeln“; wenn es Weiße oder Anhänger anderer Religionen oder gar keiner Religion seien, „dann müssen wir das auch tun“. Rassismus könne nicht vollständig eingedämmt werden, aber man könne sich damit „richtig“ auseinandersetzen.

Mazyek betonte den Zusammenhalt mit Juden in Deutschland. Antisemitismus „ist Menschenverachtung, ist gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit und ist eine ganz schreckliche spezifische Form des Rassismus, leider in Deutschland eben organisiert in großem Maße“.

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