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Rechtsquellen von Imam Malik (33)

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(iz). Es gibt viele Quellen, in denen festgehalten wird, wie Malik Istihsan (eigenes Ermessen) einsetzte. Al-Qarafi erwähnte, dass der Imam manchmal Fatwas auf Grundlage dieses Prinzips gab, und sagte darüber: „Malik sprach darüber in einer Reihe von Fragen über Handwerker, die Garantien über ihre Arbeit abgeben sowie über jene, die Lebensmittel sowie Gewürze transportieren und im Gegensatz zu anderen ihre Dienstleistung garantieren.“ (Tanqih)

In einer Randbemerkung von Al-Banani lesen wir, dass Ibn Al-Qasim von Malik überlieferte, dass dieser meinte, neun Zehntel des Wissens seien Istihsan. Malik nutzte Analogie, unterwarf dies aber dem allgemeinen und spezifischen Nutzen. Das heißt, er wandte dieses Prinzip nur an, wenn es in seiner Anwendung zu keinem Schaden kam. Andernfalls tat er es nicht. Für ihn war es eine grundlegende Regel, dass der Analogieschluss sich am Nutzen messen lassen muss. Daher ist der Nutzen das zugrundeliegende Prinzip des malikitischen Rechts.

Urteile, die auf Istihsan beruhen oder dieses Prinzip zu einem entscheidenden Faktor machen, wenn es um die Gewichtung unterschiedlicher Beweise geht, finden sich häufig in der malikitischen Schule. Asch-Schatibi schrieb darüber in „Al-Muwafaqat“. Ein Beispiel dafür ist ein Darlehen. Es kann als wucherisch gelten, wenn ein Dirham über einen gewissen Zeitraum gegen einen Dirham getauscht wird. Unter dem grundlegenden Prinzip von Istihsan mag es zulässig sein, wenn den Leuten dadurch geholfen wird.

Ein anderes Beispiel ist das Betrachten der Geschlechtsteile von Leuten während einer medizinischen Behandlung. Die allgemeine Regel ist, dass dies nicht erlaubt ist. Hier aber ist es empfehlenswert, um Schaden abzuwenden.

Ein weiterer Fall ist das Fehlen von gutem Charakter als Vorbedingung für eine Zeugenaussage, wenn der Qadi sich an einem Ort befindet, in dem dieser sehr selten ist. Das Gleiche gilt für die Treuhänderschaft von jemandem ohne guten Charakter, um Härte abzuwenden.

Diese sekundären Urteile und jene, die mit ihnen vergleichbar sind, machen deutlich, dass Malik Istihsan anzuwenden pflegte. Was ist die Wirklichkeit dieses Prinzips? Was sind die Orte, in denen eine Anwendung zulässig ist, wenn es um die Schaffung von Urteilen geht?

Zwei Dinge sind offenkundig bei der Untersuchung von Fragen, bei denen die Urteile auf Istihsan beruhen.

Dieses Prinzip wird für Fatwas bei Fragen nicht im Sinne einer Regel genutzt, sondern eher auf der Grundlage, dass es eine Ausnahme zur Regel ist. Die Lockerung der Regel ist ein zeitweises Prinzip, das sich von universellen unterscheidet. Wir sehen dies am Beispiel der Fatwa, die Zeugenaussagen von Leuten ohne guten Charakter in einem Land anerkennt, in dem dieser selten ist. Bei solchen Angelegenheiten und jenen, die ihnen ähnlich sind, stellt Istihsan eine Lockerung der allgemeinen Regel dar, die – wenn ihr in diesem spezifischen Fall gefolgt wird – zu Schaden führt. Istihsan wehrt diesen Schaden zurück.

Dieses Rechtsprinzip kommt dann häufig ins Spiel, wenn die Anwendung einer strikten Analogie notwendigerweise zu Beschwernis führt. Daher ist Istihsan in Maliks Schule, genauso wie in der hanafitischen, gleichwertig zur Analogie; obwohl sich die Methoden beider Schulen in der Erlangung von Urteilen unterscheiden. Jede geht entsprechend ihrer rechtlichen Denklogik voran. Und Istihsan bei Imam Malik zielt auf die Abwehr von Härten ab, die sich durch Analogieschlüsse aus logischen Rückschlüssen ergeben könnten. Asbagh, der vielleicht produktivste Vertreter von Istihsan, sagte: „Leute, die sehr stark auf die Analogie setzen, sind gefährdet, die Sunna zu verlassen. Istihsan ist das Fundament des Wissens.“

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