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Riza Savas’ umfassende Studie „Die Frau zur Zeit des Propheten Mohammed“ liegt endlich auf Deusch vor. Von Laila Massoudi und Massouda Khan

Ein notwendiges Buch

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„Die Hälfte des Islam ist von Aischa.“ (häufige Meinung islamischer Gelehrter)

(iz). „Es gibt ein großes Studienfeld, welches es noch zu erforschen gilt, wie sehr der augenblickliche Status der Frauen ­unter Muslimen den westlichen Einstellungen gegenüber der Weiblichkeit geschuldet ist, und insbesondere gegenüber muslimischen Frauen. Muslime haben diese unwissentlich assimiliert bis hin zu einer Übernahme westlicher Vorstellungen davon, wie Muslime Frauen sehen“, schrieb die muslimische Gelehrte Aisha Bewley im Vorwort von „Islam: The Empowering of Women (Islam: Die Ermächtigung von Frauen)“, einem ­wegweisenden Text.

Die Linse, durch die der Westen muslimische Frauen betrachten, sei eine verzerrte. „Wie wir (…) erkennen können, blieb die Rolle von Musliminnen in den letzten 14 Jahrhunderten auf keinem Fall auf Heim und Familie beschränkt. Sie haben viele verschiedene Rollen ausgefüllt, alle miteinander verbunden, anstatt nur eine beschränkte Auswahl aus getrennten Kategorien zu haben.“

Diese Erkenntnisse könnten direkt im Vorwort von Riza Savas’ jetzt auf Deutsch veröffentlichtem Buch „Die Frau zur Zeit des Propheten Mohammed“ stehen. In der bereits Anfang der 1990er Jahre in der Türkei erschienenen historischen Studie beschäftigt sich Riza Savas, Professor an der theologischen Fakultät der Dokuz Eylül Universität ­Izmir (der bereits ähnliche Titel über andere historische Phasen veröffentlichte) mit der Lage der Frauen vor und während der Lebenszeit des Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben.

Savas führt zu Beginn in die Lage der Frauen in der vorislamischen arabischen Gesellschaft ein. Nicht nur aus Gründen der Chronistenpflicht ist diese Einführung wichtig, weil sie den Hintergrund für die wichtigen Veränderungen darstellt. Sie stellt auch den notwendigen Kontrast zur Verfügung, anhand dessen der große Unterschied bezüglich der Stellung der Frau vor und während des Gesandten Allahs verstanden werden kann.

In vier Kapiteln referiert der türkische Autor den „Den Propheten und die Frauen“, „Die Frauen und Bildung“, ­“Frauen im Familienleben“ und „Die Frau in der Gesellschaft“. Der Wert des Buches ist Savas’ enorme historische Gründlichkeit und sein gewissenhafter Gebrauch der Quellenverweise. Dank seiner historischer Basis nimmt der Autor vielen Vorurteilen den Wind aus den Segeln, die heute existierende Diskriminierung von Frauen in Teilen der muslimischen Welt sei dem islamischen Modell geschuldet.

Und Riza Savas räumt wie Aisha Bewley vor ihm dankenswerterweise mit der – auch bei Muslimen bestehenden – Vorstellung auf, das Idealbild der muslimischen Frau bestünde in einer passiven Existenz zu Hause. Alleine schon der Abschnitt über ‘Aischa, der Ehefrau des Propheten, reicht aus, um das Gegenteil zu beweisen.

Riza Savas, Die Frau zur Zeit des Propheten Muhammad, astec Verlag, Taschenbuch, 307 Seiten, Preis: Eur 9.-, ISBN 978-605-87525-0-8, zu beziehen über: astecgmbh.de

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Massouda Khan

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