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Russlands anderer Umgang mit der muslimischen Bevölkerung. Von Robert Bridge, Moskau

Ein europäisches Vorbild?

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(RT). Am 9. September gratulierte Russlands Präsident Dimitri Medwedjew den 20 Millionen ­Mus­limen seines Landes zum Uraza ­Bairam (arab. ‘Id Al-Fitr), welches das Ende des Monats Ramadan markiert. Es darf ­bezweifelt werden, ob westliche Führer angesichts der augenblicklich gespannten Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften den Handlungsspielraum haben, solch „politisch inkorrekte“ Aussagen zu machen.

Heute befinden sich westliche Regierungen in einem Dilemma: Einerseits möchten sie ihren Ruf religiöser und sozialer Duldsamkeit aufrecht erhalten und befürworten daher eine gelockerte Einwanderungspolitik für jene, die eine andere religiöse Überzeugung haben; darunter Millionen Muslime.

Auf der anderen Seite provoziert die sich verändernde Demografie, welche durch diese Politik – inklusive Kopftücher, Moscheen und Gebetsruf – geschaffen wurde, eine Reaktion unterschiedlicher Stärke von Kopenhagen bis Gainsville, Florida. Das veranlaste Politiker, vorsichtig über dieses verminte Gelände zu schreiten.

Dies musste US-Präsident Barack Obama feststellen, als er das Recht der muslimischen Gemeinschaft verteidigte, ein Gemeindezentrum in der Nähe von „Ground Zero“ zu bauen. Auch wenn Russland seinen Anteil an religiösen Unruhen hatte, stammten viele jener Spannungen mit seiner muslimischen Gemeinschaft aus der Sowjetzeit, als die totalitäre kommunistische Ideologie die Befolgung sämtlicher religiöser Anbetung strikt untersagte. Was die anhaltenden Probleme im Nordkaukasus betrifft, so wurden sie eher von internen Streitigkeiten ausgelöst als von religiösen Unterschieden.

Sollte es einen Unterschied zwischen der Art und Weise geben, wie Russland und der Westen das „Problem“ ihrer jeweiligen muslimischen Gemeinschaften angehen, so scheint der Westen die Lage willkürlich zu verschärfen. Er stochert gewissermaßen mit dem Finger im Hornissennest. Gleichzeitig beschreitet Russ­land den Weg der religiösen Pluralität – ohne unnötige Provokationen, die Spannungen in anderen Teilen der Welt eskalieren lassen.

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