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Safia Bouchari empfiehlt den Muslimen in Deutschland eine entspanntere Haltung

Kommentar: Eingeschnappt

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(iz). Immer wieder einmal kommt der Eindruck auf, dass Muslime hierzulande einfach gerne die „beleidigte Leberwurst“ spielen. Deutlich wurde das kürzlich wieder bei den völlig übertriebenen Reaktionen zumindest von Teilen der Muslime auf den „Skandal“ mit der Vereinshymne von Schalke 04. Von den Mainstream-Medien wurde diese Geschichte natürlich dankend aufgegriffen, passt sie doch vorzüglich in das Bild, dass Muslime scheinbar nichts besseres zu tun haben, als nach solchen vermeintlichen Beleidigungen zu suchen und sich unheimlich und irrational darüber aufzuregen. Als ob es nichts wichtigeres gäbe.

Zum Glück haben besonnene und vernünftige Muslime angemessen darauf reagiert, wie Prof. Bülent Ucar von der Uni Osnabrück in seinem Gutachten, das er im Auftrag von Schalke über die Vereinshymne angefertigt hat, Aiman Mazyek auf islam.de oder Silvia Horsch in dieser Zeitung. Daraufhin legte sich die scheinbare Aufregung wieder, die letztlich ein medialer Kurzzeit-Hype war. Aus welchen muslimischen Kreisen eigentlich die auslösende Kritik kam, blieb unklar – jedenfalls nicht von offiziellen Vertretern. Kritische Zungen vermuteten denn auch „agents provocateurs“ dahinter.

Wie auch immer – die Vorgänge um die Schalke-Hymne sind über diesen konkreten Fall hinaus nur ein Indiz für ein Phänomen, das auch an anderer Stelle immer wieder einmal auffällt: Es scheint mitunter leichter zu sein, durch Empörung und Beleidigtheit Muslime zu mobilisieren als durch positive Projekte. Wenn dies tatsächlich so ist, ist das sehr schade. Natürlich muss man sich nicht alles gefallen lassen, und es ist das gute Recht der Muslime, sich gegen tatsächliche Beleidigungen des Islam auch in geeigneter und angemessener Weise zu wehren.

Unüberlegte Emotionalität hilft aber nicht weiter, und man muss sich nicht wundern, wenn Muslime dann als „Mimosen“ belächelt werden. Vor allem aber: Wie kommen wir Muslime eigentlich darauf, zu meinen, dass alle uns lieben müssten? In der gesamten Geschichte des Islam gab es immer Anfeindungen, und es wird sie wohl immer geben. Die Frage ist, wie und aus welcher Haltung heraus man damit umgeht.

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Safia Bouchari

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