IZ News Ticker

„Schaut auf die Leute, die vorher kamen“

Gelehrte Heute: Schaikh Hamza Yusuf über die Gefahren der Nostalgie

Werbung

Foto: Festival of Faiths, via flickr | Lizenz: CC BY 2.0

Es gibt all diese mitleidserregende Nostalgie für den Glanz der Vergangenheit und ihre Romantik. Die Vergangenheit hat nichts mit uns zu tun. Das war damals. Wir sind ganz andere Leute. Das ist nicht unsere ­Vergangenheit, es war ihre Gegenwart. Sie ist jetzt vorbei. Daher findet sich im Qur’an das Konzept, von den Vätern abzulassen und nicht auf sie stolz zu sein, denn das sind nicht wir! Wir müssen unsere eigene ­Zukunft schaffen. Niemand sollte wie ein alter Kriegsveteran sein. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, eine gewisse historische Kontinuität zu haben, denn Allah sagt im Qur’an: „Schaut auf die Leute, die vorher kamen.“ Sie sind eine Lektion, die wir lernen müssen.

Die erste Sache, die wir tun müssen, ist, nicht nostalgisch mit Vergangenheit umzugehen. Einer der interessanten Aspekte über muslimische Gesellschaften ist, dass es bei ihnen niemals eine erfolgreiche Science Fiction-Serie im Fernsehen gab. „Star Trek“ funktioniert nicht in Arabien! Denn ­Muslime haben Schwierigkeiten damit, sich die Zukunft vorzustellen. Wir sind so ­nostalgisch gegenüber dem Gestern.

Eines der Dinge, die bei einem Teil der ­modernen muslimischen Mentalität nicht stimmen, ist die Idee des „wenn wir das tun, was sie taten, werden wir glorreich sein“. ­Jemand fragte mich: „Wie können wir das Reich zurückbekommen?“ Es gibt die Vorstellung, Islam drehe sich um Ruhm und Herrlichkeit. Nein! Es ist wie die Übung zur Erhaltung der Gesundheit, aber das Training ist nicht das Ziel. Es ist nur ein Mittel zur ­Erreichung eines Ziels. Genauso ist es, wenn man die Zufriedenheit Allahs sucht. Eine der Nebenwirkungen davon ist, dass Allah den Rang erhöht, aber das ist nicht das Ziel. (…)

Es ist eine der Tragödien der heutigen muslimischen Gemeinschaft. Sie spricht ständig von der Vergangenheit. Wie groß wir waren. Daher sagte einer der Dichter: „Ich bin zu jemanden geworden, der sagte: ‘Ich pflegte das in der Vergangenheit zu tun.’ Und es ist das Schlimmste einer Person, wenn sie vom Gestern spricht.“ Aristoteles sagte, dass junge Männer über die Zukunft sprechen, weil sie keine Vergangenheit haben. Alte Männer sprechen über die Vergangenheit, weil sie keine Zukunft haben.

Und die muslimische Kultur scheint ein alter Mann zu sein. Das stimmt aber nicht! Wir sind voller junger Leute. Sie brauchen Hoffnung und Ziele. Sie müssen glauben können, dass die Zukunft besser werden kann. Eines der erstaunlichsten Hadithe in unserer Tradition ist die Aussage des ­Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: „Meine Gemeinschaft ist wie Regen. Man weiß nicht, ob das erste davon oder das letzte davon das Beste ist.“

Wir sollten immer optimistisch sein und Hoffnungen auf die Zukunft haben. Wir dürfen nicht an der Barmherzigkeit Allahs verzweifeln.

Folgt uns für News auf:
https://www.facebook.com/islamischezeitungde

und:
https://twitter.com/izmedien

Noch kein IZ-Abo? Dann aber schnell!

Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen