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Serbien: Die unruhigen Verhältnisse in der Islamischen Gemeinschaft bleiben weiterhin unklar

Chef-Mufti im Amt bestätigt

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NOVI PAZAR (BIRN). Ratsmitglieder der Islamischen Gemeinschaft Serbien haben den islamischen Gelehrten Muamer Zukorlic im Amt des Chef-Muftis trotz der Nichtanerkennung seitens seines Amtsrivalen bestätigt. Die Amtszeit von Zukorlic beträgt fünf Jahre. Er leitet seit 1993 die Geschicke der Islamischen Gemeinschaft.

Der alte und neue Mufti erklärte, dass seine Wiederwahl ein Zeichen der Unterstützung für die Legalität und Rechtmäßigkeit der Gemeinschaft sei, der er vorstehe. “Das mir ausgesprochene Vertrauen ist eine große Ehre. Dieses erhöht meine Verantwortung bei der anhaltenden Verteidigung und des Aufbaus einer freien und autonomen Islamischen Gemeinschaft”, erklärte er vor anwesenden Medienvertretern. Des Weiteren wolle die Islamische Gemeinschaft ein Partner des Staates beim Aufbau gegenseitiger Verhältnisse sein. Allerdings seien diese augenblicklich einer ungewöhnlichen Belastung ausgesetzt. Mann müsse erörtert, “ob sich die Haltung des Staats gegenüber dieser Gemeinschaft geändert hat”.

//2//Mufti Zukorlic erklärte, es sei die Verantwortung der Behörden – wenn diese ihren guten Willen beweisen wollen -, Ermittlungen über die Amtsführung bestimmter staatlicher Organe während seiner letzten Amtszeit anzustellen. Die Behörden hätten die Pflicht, den Muslimen Respekt zu zeigen. Diese würden auf Dauer keine Situation dulden, in der ihnen weniger Rechte zugestanden würden als den anderen in Serbien lebenden Menschen.

Auch für die Zukunft gelte, dass Bosnien-Herzegowina weiterhin das spirituelle Zentrum seiner Gemeinschaft sei. Als oberste religiöse Autorität erkenne er auch weiterhin nur den dortigen Reis-ul-ulema, Dr. Mustafa Ceric, an. “Bosnien ist das älteste Kind der Türkei. Jenes Land, welches alle Muslime in unseren Breiten, inklusive Albanien, als ihr Mutterland betrachten.”

//3//Nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens wurde Zukorlic im Jahre 1993 zum ersten gewählten Führer der Muslime im Sandschak gewählt, als die dortige Meschihat (der Rat der Islamischen Gemeinschaft) als eine Abteilung der Islamischen Gemeinschaft Bosniens in dem von Muslimen dominierten Teilen Serbiens gegründet wurde. Zukorlic, der heute 38 Jahre alt ist, war bei seiner Wahl der jüngste religiöse, muslimische Repräsentant auf dem Balkan.

//4//Die Konkurrenz-Rijaset (Führungsgremium) der Islamischen Gemeinschaft Serbien in Belgrad, die von seinem Rivalen [mit massiver Hilfe der Regierung in Belgrad, Anm. d. Red.] Adem Zilkic angeführt wird, weigerte sich, die Ergebnisse der jüngsten Wahlen anzuerkennen. Im letzten Jahr haben Spannungen und Auseinandersetzen zwischen den Anhängern von Zukorlic und Zilkic an Schärfe und Heftigkeit zugenommen. Beobachter der lokalen politischen Verhältnisse im Sandschak [der muslimischen Mehrheitprovinz in Serbien und Montenegro, Anm. d. Red.] führen den Konflikt auf Rivalitäten zwischen bosniakischen Politikern im Sandschak zurück. Der Machtkampf zwischen Rasim Ljajic (der als Unterstützer von Zukorlic gilt) und dem langjährigen “Provinzfürsten” Sulejman Ugljanin (welcher als Förderer von Zilkic gilt) hätten den Graben innerhalb der Islamischen Gemeinschaft Serbiens deutlich vertieft.

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