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Solingen: Muslime und Nichtmuslime betreten Neuland beim Gespräch über die Fair Trade-Bewegung

Nachahmung empfohlen: Gerechter Handeln

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Solingen (iz). Trotz des frühwinterlichen Klimas war die Islamische Gemeinde DITIB in Solingen-Wald voll besucht, als der Solinger Oberbürgermeister, Norbert Feith, die erste Veranstaltung über die Möglichkeiten des Gerechten Handels bei Deutschlands Muslimen eröffnete. Unter Beteiligung verschiedener Initiativen und Projekte wie Engagement Global, FSI Forum für soziale Innovationen GmbH oder dem Kommunalen Integrationszentrum Solingen tauschten sich muslimische Interessierte und Aktivisten mit Fachleuten der Bewegung für einen gerechten Handel aus, in der bereits in den 1970er Jahren die so genannten „Dritte Welt-Läden“ entstanden.

Organisiert wurde diese bisher einmalige Fachtagung im Rahmen eines „offenen Initiativkreises“, in dem sich „eine Vielfalt regionaler und bundesweiter Akteurinnen und Akteure“ zum Thema „Gerechter Handel und Konsum – Was können Muslime tun?“ koordinieren. Dazu gehören unter anderem der bundesweite Verein Hima e.V., das Eine-Welt-Netz NRW, der Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V., HASANE (Hilfs- und Sozialverein der IGMG e.V.), Vertreterinnen verschiedener Moschee- und Kirchengemeinden und viele andere mehr.

Nach zwei Impulsreferaten von Mohammed Johari, einem Imam Khatib des Frankfurter Projekts IIS e.V. über „Gerechten Handel und Konsum aus islamischer Sicht“ und von Jürgen Sokoll, Fach-Promoter für Weltwirtschaft und Fairen Handel im Eine-Welt-Netz des Landes NRW, über den gerechten Handel, führen die LeiterInnen der nachmittäglichen Arbeitsgruppen – so auch IZ-Chefredakteur Sulaiman Wilms – auf einer Fragerunde in verschiedene Aspekte des Themas ein.

Nach einer Begegnungsphase erhielten die Besucher unter anderem die Möglichkeit für Informationen zu Gemeinde- und Projektfinanzierung (Andreas Joppich, Projektentwickler aus Berlin), fairen Handeln in Moscheengemeinden (Kübra Ercan, Hima e.V.), Halal-Fleisch und -Handel (Hamza Wördemann, Zentralrat der Muslime), Projektentwicklung für Moscheegemeinden (Simone Kötschau), gerechten Handel im Koran (Mohammed Johari), Bezugsmöglichkeiten für Projekte des gerechten Handels sowie Medien und Fair Trade am Beispiel der Islamischen Zeitung (Sulaiman Wilms).

Aufbauend auf den grundsätzlichen Ansätzen von Johari und Wilms, welche die Notwendigkeit für einen gerechten Handel und korrektes ökonomisches Verhalten aus dem Islam heraus erläuterten, war – so der Tenor vieler TeilnehmerInnen – der Ansatz dieser Veranstaltung wegweisend, weil er die Muslime an ein neues, relevantes Thema heranführt. Dabei bräuchten sie keine neuen Konzepte oder Vorstellung zu verinnerlichen, sondern müssten sich vielmehr nur daran erinnern, dass Gerechtigkeit im Handel ein essenzieller Bestand ihrer Religion sei.

Entscheidend sei, so der Konsens aller ReferentInnen und TeilnehmerInnen, nicht nur auf der theoretischen Ebene zu verharren, sondern praktische Konzepte zu erarbeiten und zu realisieren. Es wäre schön, wenn der Moschee in Frankfurt weitere Gemeinden folgten und sich ebenfalls am Handel mit Fair Trade-Produkten beteiligten. (mk)

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