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Solo auf Reisen

Ibtisaam Ahmad schreibt darüber, wie man als alleinstehende Frau die Welt sehen kann

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Young asian female muslim with suitcase going traveling by airplane

„Wer reist, lernt sich selbst kennen. Wer daheim bleibt, die Welt.“ Agatha Christie

Reisen in einem fremden Land kann herausfordernd sein. Aber es ist auch eine der wertvollsten Dinge, die Sie jemals tun. Es ist beängstigend, aufregend, braucht Mut und bleibt unvergesslich. Reisen verän­dert. Tut frau es alleine, gilt das umso mehr. Egal, ob aus eigenem Antrieb oder dank der Umstände: Hier handelt es sich um eine Lebenserfahrung.

Was folgt, ist ein simpler Ratgeber für das Unterwegssein als Frau. Insbesondere, wenn sie die Absicht hat, sich in einem Land zu bewegen, das abseits ­ausgetretener Pfade liegt.

Sicherheit: Wir leben in einer beängstigenden Welt. Bevor Sie vor die Tür gehen, finden Sie heraus, welche Risiken für die Alleinreisende in einem bestimmten Land bestehen. Obwohl kein Land vollkommen sicher sein kann, sind einige riskanter als andere. Vielleicht nehmen Sie besser eine Freundin mit, wenn bekannt wird, dass das beabsichtigte Reiseziel für alleinstehende Frauen als gefährlich gilt. Bei der Wahl einer Destination empfiehlt es sich bei der Wahl, vorab über Sprachbarrieren informiert zu sein. Das kann den Ausschlag geben. Verbringen Sie Zeit auf Blogs oder Webseiten und recherchieren Sie gründlich. Oder Fragen Sie jemanden, der das entsprechende Land bereits besucht hat; am besten nur Menschen, denen Sie auch vertrauen können.

Unterbringung: Sobald wir ein Ziel ausgewählt haben, müssen wir die ­Logistik planen. Ich meine damit Visas, Flüge und Unterkünfte. Während es definitiv ein Abenteuer ist, an einem Ort anzukommen, ohne eine Bleibe zu haben, ist das – wenn frau alleine reist – nur dumm. Buchen Sie am besten 1-2 Nächte im Voraus. Sie können dann immer noch weiterziehen, sobald Sie mit der Umgebung vertraut sind (oder bleiben, wenn der Ort gefällt). Wählen Sie zu Beginn etwas „Touristisches“ aus. Man weiß erst nach der Ankunft, wie belastbar man vor Ort sein wird. Keine Recherche gibt ein genaues Bild der Realität nach der Ankunft.

Eine Frage, die mir häufig gestellt wird: Soll ich mich für Herberge (Hostel), Hotel, AirBnB oder die Übernachtung bei Privatpersonen entscheiden? Ich rate aus Gründen der Sicherheit gegen letzteres Angebot und aus Gründen der Privatsphäre (und der allge­meinen Sauberkeit) gegen ein Hostel. AirBnB nutze ich nur an Orten, in denen das Modell bekannt und eingeführt ist. Prüfen Sie vorher die Nachbarschaft: Ich habe schon in großartigen Wohnungen übernachtet, die in weniger idealen Gegenden gelegen waren (entweder waren sie unsicher oder weitab von öffentlichen Transportmitteln).

Bedenken Sie zwei Dinge bei der ­Auswahl einer Unterkunft: Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es selten wahr. Jede weiß selbst am besten, was sie handhaben kann. Kümmern Sie sich nicht darum, was andere gemacht oder gesagt haben. Nur zu, wenn ein überdurchschnittliches Hotel das Richtige für Sie ist.

Es empfiehlt sich auch ein Budget für eine Notsituation in Sachen Unterkunft, falls man ausziehen muss, wenn die Nachbarschaft zu gefährlich oder das Zimmer voller Kakerlaken ist.

Nach der Landung: Kommen Sie tagsüber an, sind öffentliche Nahverkehrsmittel eine Option, da normalerweise mehr Menschen in der Nähe sind. Landet man jedoch nachts, empfiehlt sich die Planung des Weges zur Unterkunft. Gibt es vor Ort Möglichkeit wie Uber oder Lyft gestaltet sich die Suche weniger kompliziert. Wenn nicht, dann wollen Sie keine fremde Frau sein, die in den frühen Morgenstunden um ein Taxi am Flughafen kämpft.

Was tun? Jeder reist gerne unterschiedlich. Einige schreiben eine lange Liste für Sehenswürdigkeiten, die un­bedingt besucht werden müssen. Andere wollen auf jeden Fall die Touristenfalle meiden. Persönlich bewege ich mich gerne zwischen beiden Polen, und mache also das Folgende: Ich folge für 1-2 Tage den Reiseführern. Das heißt, übers Ohr gehauen zu werden, in langen Schlangen stehen und die „Light-Version“ eines Landes oder einer Stadt zu sehen. Einer der Gründe, warum ich das gerne zu Beginn eines Trips mache, ist die große Chance, dabei Mitreisende zu treffen, mit denen man die Folgetage auf Entdeckung gehen kann. Nur weil frau alleine reist, heißt es nicht, dass sie die ganze Zeit solo bleiben muss. So begegnen wir anderen Solo-Reisenden und interessante Menschen. Das ist großartig, glauben Sie mir. Jeden Tag alleine zu essen, wird sehr schnell langweilig.

Sobald wir gesehen haben, was sich die Massen anschauen – entdecken wir ein bisschen mehr und gehen über die Liste der beliebtesten zehn Ziele hinaus. Das kann zu Beginn einschüchternd sein.

Nehmen Sie Babyschritte. Das ist die Phase, in der sie ihre „eigene“ Tour kreieren, anstatt mit einer Gruppe loszuziehen. Das kann auch der Moment sein, in dem Sie sich für eine unbe­kanntere Option entscheiden, wenn Sie die Wahl zwischen mehreren haben. Beispielsweise ist eine Stadt bekannt für ihre Heilquellen. Anstatt die am besten bei TripAdvisor bewertete zu wählen, können Sie auch eine andere aussuchen. Ich sage nicht, dass Sie in den „Un­tergrund“ gehen sollen, sondern nur, sich nicht immer für die populärste zu entscheiden.

In der zweiten Phase kommt man damit zurecht, Orte zu besuchen oder Dinge zu tun, bei denen nicht garantiert ist, dass die Leute dort die eigene ­Sprache oder Englisch beherrschen. Dazu gehören: Tatsächlich die lokale Küche probieren, Zeit mit anderen, ­jungen Leuten verbringen und mehr über Politik und Kultur eines Ortes ­herauszufinden.

Und dann kommt der Augenblick, an dem Sie dorthin gehen, wo kein Fremder war. Im Wesentlichen heißt das, sich mit Einheimischen anzufreunden. Das ist ein Leichtes, wenn Sie die Sprache beherrschen und schnell Freundschaft schließen. Wenn nicht, müssen Sie sich mehr anstrengen, und wenn Sie nur ­wenige Tage bleiben, wird das sehr schwierig. Es kann mehrere Reisen und Versuche brauchen, um die dritte Phase zu erreichen. Erwarten Sie also nicht, dass alles auf einmal passiert.

Wie finde ich die Ziele? Wir können mit Leuten sprechen, die bereits an die angestrebten Destinationen gereist sind oder die jemanden kennen. Fragen, Fragen, Fragen: Menschen sind die größte Quelle. Versuchen Sie nicht, einen Ort auf die eigene Faust zu finden. Facebook ist auch ein guter Ort für Empfehlungen. Normalerweise kennt man jemanden, der jemanden kennt…

Sprechen Sie mit Einheimischen oder MigrantInnen. Wenn Sie Kontakt zu Einheimischen oder Migranten sprechen, erhalten Sie ohne Zweifel einzigartige Einblicke, wo sich die besten Dinge machen lassen, wo man die besten Restaurants findet und was man erleben sollte.

Instagram ist nicht nur ein Platz für Selfies. Hier können wir noch Orte suchen, die den Hashtag unseres Ziels tragen und dann die Plätze im Netz suchen. Haben wir einen Namen, können wir weiter recherchieren. Ehrlich gesagt ist das eine Freie und sehr aktuelle Ressource. Außerdem sagen einem die Fotos, ob man auf der gleichen Wellenlänge liegt oder nicht.

Lokales Frühstück: Seit meiner Kindheit lebe ich für Frühstück im Hotel. Übernachtet man aber in einem Hotel, sollte man es das eine oder andere Mal ausfallen lassen und bei den Einheimischen frühstücken. Das kann Kaffee und Gebäck, Tee oder etwas Herzhaftes sein. Frühaufstehen und sich schnell etwas zu schnappen, kann ein groß­artiger Weg sein, den Tag zu beginnen und das lokale Aroma zu schmecken.

Lesen: Jeder Ort hat seinen eigenen literarischen Held – Dichter, Stückeschreiber oder Schriftsteller. Mir gefällt es, Romane über eine Gegend zu lesen, die ich bereisen werde. Denn nichts bringt die Feinheiten einer Stadt näher als die Worte des/der ausgewählten Autors/in. Ob Orhan Pamuk für Istanbul oder Bret Easton Elis für Los Angeles – es finden sich versteckte Juwelen in ­diesen Texten. Außerdem haben die ­Bücher den Vorteil, Gespräche zu erleichtern. Viele Menschen sind beeindruckt, wenn man sich aufrichtig für ihre Kultur interessiert.

Formulierungen und Sätze: Natürlich sind nicht alle Menschen Sprachtalente. Wir können aber ein oder zwei Sätze in der Landessprache lernen. Lernen Sie! Es wird Sie demütig machen und ist hilfreich.

Schreiben: Das mag altmodisch sein, aber schreiben Sie auf, was Sie tun möchten, und machen Sie danach Notizen. Die müssen für niemanden als für Sie sein. Vertrauen Sie mir, Sie werden es nicht bereuen.

Über Männer: Von Marrakesch bis Manhattan – jeder Ort, an den man kommt, hat seine verdorbenen Männer. Das ist eine trauriger aber brutale Realität. Man sollte Notfallnummern kennen für den Fall, das man als Reisende in ­Gefahr gerät. Ich habe noch keine Stadt besucht, in der mir nicht nachgepfiffen wurde, man mich nicht anstierte etc. Also sollten wir nicht ein ganzes Land anhand einiger krasser Männer beurteilen. Erinnern Sie sich immer daran, dass Sie als Soloreisende unausweichlich Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Das bedeutet, beispielsweise beim nächtlichen Spazierengehen vorsichtig zu sein. Fragen Sie Einheimische über bestimmte Gegenden, bevor Sie diese alleine betreten. Fühlt man sich verfolgt, sollte man sofort einen Laden oder ein Restaurant betreten. Das bringt mich zum nächsten Punkt.

Dem Gefühl vertrauen: Wenn sich etwas komisch anfühlt, ist es wahrscheinlich, dass es das auch ist. Ich bin ein großer Fan, dem Rat von erfahrenen Reisenden und Einheimischen zu folgen. Aber selbst, wenn Ihnen gesagt wird, ein bestimmter Ort oder eine bestimmte Aktivität sei sicher, vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Ich kann das nicht deutlich genug betonen. Sie haben ­Intuition – benutzen Sie diese.

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