IZ News Ticker

Sozialverbände: Preisaufschläge für Fleisch „völlig verfehlt“

Die Grünen sind für eine Kombination verschiedener Maßnahmen

Werbung

Foto: Myrabella / Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Berlin (ots). Die Pläne für höhere Preise für Fleisch und Milch, mit denen mehr Tierwohl finanziert werden soll, treffen bei den Sozialverbänden auf erbitterten Widerstand. „Eine Verbrauchssteuer auf Lebensmittel belastet die Einkommensschwächsten am stärksten und hilft keinem einzigen Bauern“, sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, dem Tagesspiegel (vom 10. Januar).

„Die profitgetriebene Preispolitik großer Konzerne, die Landwirte zusehends unter Druck setzt, kann nicht durch eine Mehrwertsteuer auf tierische Lebensmittel eingedämmt werden“, so Schneider. Eine solche Forderung sei „völlig verfehlt“, „absurd“ und „weder agrar- noch sozialpolitisch zielführend“. Auch in der SPD gibt es Bedenken. „Eine Erhöhung der Lebensmittelpreise bringt noch nicht mehr Qualität und höhere Einkommen für die Landwirte“, sagte Fraktionsvize Matthias Miersch der Zeitung. „Rund drei Viertel der Lebensmittelpreise landen heute in den Taschen der Zwischenstufen.“

Hier würden wenige große Schlachthöfe und Lebensmittelkonzerne profitieren. Zudem seien Milliarden Euro an Subventionen im Umlauf, ohne dass Qualität ausreichend gefördert wird, sagte Miersch. Regierungsberater von Bundesagrarministerin Julia Klöckner hatten einen Preisaufschlag für Fleisch, Milch, Eier und Käse ins Gespräch gebracht, um mit den Mehreinnahmen den tiergerechten Umbau der Ställe zu fördern. Auch Greenpeace hatte sich zuvor für eine Tierwohlabgabe ausgesprochen.

Die Grünen sind für eine Kombination verschiedener Maßnahmen. Neben einer Tierwohlabgabe hält der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, eine Anpassung der Mehrwertsteuer für Fleisch und Milch auf 19 Prozent sowie eine stärkere Förderung von Tierwohl im Rahmen der EU-Agrarsubventionen für nötig. „In die deutsche Landwirtschaft fließen jedes Jahr 6,5 Milliarden Steuergeld, davon werden 85 Prozent danach verteilt, wie viele Flächen ein Landwirt hat. Wenn wir das Geld in vernünftige Tierhaltung investieren würden, wäre viel gewonnen“, sagte Ostendorff dem Tagesspiegel.

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen