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Spanisches Rettungsschiff im Wettlauf mit der Zeit

Die Irrfahrt der „Open Arms“

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Madrid/Rom (dpa). Die fast zwei Wochen andauernde Irrfahrt des spanischen Rettungsschiffes „Open Arms“ mit 151 Migranten an Bord geht weiter. Die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms forderte die spanische Botschaft in Malta zur Aufnahme der 31 Minderjährigen an Bord auf. „Sie erfüllen die Bedingungen, um als Flüchtlinge anerkannt zu werden“, zitierten spanische Medien am Dienstag aus einem Schreiben von Schiffskapitän Marc Reig an die diplomatische Vertretung.

Spaniens Verkehrsminister José Luis Ábalos betonte, der Kapitän habe aber keine „rechtliche Befugnis“, um Asyl für die Jugendlichen zu beantragen. Die „Open Arms“ habe bisher auch nicht offiziell darum gebeten, einen spanischen Hafen anlaufen zu dürfen, so Ábalos.

Die beiden nächstgelegenen europäischen Länder – Italien und Malta –  verweigern Rettungsschiffen immer wieder die Einfahrt in ihre Häfen und wollen, dass andere EU-Staaten vorab eine Aufnahme der Migranten zusichern. Proactiva twitterte am Dienstag: „Tag 12. Verlassen. Jeden Tag wird es schwerer. Das Schweigen Europas ist eine Schande.“

Derzeit befindet sich auch die „Ocean Viking“ der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen mit 356 geretteten Migranten im Mittelmeer. Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ zog derweil aus der Rettungszone vor Libyen ab und erreichte am Dienstag Spanien. „Dort werden wir eine kurze Pause einlegen für Wartungsarbeiten und für unseren Crewwechsel“, sagte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler in Rom. Ende August wollen die Seenotretter vor die libysche Küste zurückkehren. Zuletzt hatte Sea-Eye Ende Juli Migranten gerettet, die Malta zunächst aufgenommen hatte und die auf mehrere Mitgliedsstaaten der EU verteilt werden sollten.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR forderte die europäischen Regierungen auf, die insgesamt 507 Menschen unverzüglich an Land zu lassen. „Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit“, sagte Vincent Cochetel, UNHCR-Spezialist für das zentrale Mittelmeer. Er warnte vor aufziehenden Stürmen. „Diese Menschen, die vor Krieg und Gewalt in Libyen geflüchtet sind, auf hoher See zu lassen, würde ihnen weiteres Leid zufügen.“ Sie brauchten dringend humanitäre Hilfe. Das UNHCR verlangte zusätzliche Anstrengungen, um Flüchtlinge und Migranten aus dem Bürgerkriegsland Libyen zu retten.

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