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Spannungen bleiben unverändert hoch

Mittelmeer: Athen und Ankara betonen Dialogbereitschaft und zeigen sich gleichzeitig offensiv

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Foto: gd_project, Shutterstock

(KUNA/iz/MEMO). Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte Institutionen und Mitglieder der Europäischen Union (EU) am 6. September auf, „in allen regionalen Angelegenheiten fair, unparteiisch und verantwortungsbewusst zu bleiben“. Die Bemerkungen fielen während eines Telefongesprächs zwischen Präsident Erdogan und dem Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel.

In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass beide Seiten die Entwicklungen in den Beziehungen zwischen dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei und der EU erörterten. Erdogan sagte gegenüber Michel, dass provozierende Äußerungen und Schritte europäischer Politiker in regionalen Fragen nicht zur Lösung des türkisch-griechischen Streits beitrügen.

Der türkische Staatschef forderte die EU auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen, Griechenland und andere EU-Mitgliedstaaten daran zu hindern, Spannungen im östlichen Mittelmeerraum über die Rechte zur Ausbeutung von Erdgasvorkommen in der Ägäis zu eskalieren.

Ankara streitet seit Längerem mit Griechenland und Zypern um die Förderrechte für Öl und Gas im östlichen Mittelmeerraum. Athen und Ankara haben Marine- und Luftstreitkräfte eingesetzt, um ihre gegensätzlichen Ansprüche in der Region geltend zu machen.

Griechenland sagte, es werde sein Militär mit neuen Waffen, Truppen und der Entwicklung der Verteidigungsindustrie stärken. Griechische Medien berichteten, dass die Käufe französische Rafale-Jets und mindestens eine Fregatte beinhalten könnten.

Athens Außenminister Nikos Dendias sagte, sein Land sei „immer bereit, einen Dialog mit der Türkei zu führen, aber ein Dialog auf der Grundlage des Völkerrechts und des einzigen noch offenen Themas – der Abgrenzung des Festlandsockels“. Er schränkte aber ein, dass „ein Dialog unter bedrohlichen Bedingungen unvorstellbar“ sei.

Auch in der Türkei stehen einige Zeichen für eine Verschärfung des Konflikts. Der Chef der nationalistischen MHP, Devlet Bahçeli, die mit der AKP in der Regierung sitzt, erklärte, Krieg mit Griechenland sei „nur eine Frage der Zeit“. Das berichteten regionale Medien am Freitag, den 4. September. „Es ist unvorstellbar, unseren historischen Interessen im Mittelmeerraum und in der Ägäis den Rücken zu kehren“, erklärte der nationalistische Politiker. Ab jetzt werde das griechische Verhalten das weitere türkische Vorgehen dominieren.

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Sulaiman Wilms

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