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Staatsfeind Muslim: China erschwert Pilgerreisen nach Mekka

Peking stellt Muslime unter Generalverdacht. Pilger werden mit GPS überwacht

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Foto: Omar Chatriwala, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-Sa 2.0

Göttingen (GfbV). Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wirft der chinesischen Regierung vor, die Pilgerreisen von muslimischen Staatsbürgern nach Mekka zu erschweren, weil Muslime unter den Generalverdacht gestellt werden, Staatsfeinde zu sein. „Immer weniger Muslime aus China wird die Pilgerfahrt erlaubt und alle Uiguren unter ihnen werden zudem einer Gehirnwäsche unterzogen“, kritisierte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Montag in Göttingen. „Außerdem werden Pilger aus China dazu gezwungen, ein Halsband mit GPS- und QR-Code zu tragen, dem jederzeit Name, Adresse, Foto und aktueller Standort über eine entsprechende App zu entnehmen sind. Das ist menschenverachtend und eine massive Verletzung der in der chinesischen Verfassung zugesicherten Religionsfreiheit. So werden Chinas Muslime zu Bürgern zweiter Klasse gemacht.“ Die systematische und flächendeckende Überwachung aller Muslime verletze nicht nur Bewegungs- und Religionsfreiheit, sondern auch ihre Menschenwürde.

Die staatliche Islamische Vereinigung Chinas begründet die Ausstattung der Pilger mit GPS-Ortungssystemen mit der Sorge um ihre Sicherheit. So könne verhindert werden, dass sich Teilnehmer der Reisegruppe verlieren würden. Nach GfbV-Angaben berichteten Pilger, die in den vergangenen Jahren nach Mekka reisten, dass Hunderte Mitarbeiter der Staatsicherheit die Gläubigen während der Reise überwachten, um jede Regimekritik zu verhindern.

Während im Jahr 2016 noch 14.500 Muslime nach Mekka reisen durften, reduzierten die chinesischen Behörden im folgenden Jahr die Zahl der Pilger auf 12.800 Personen. Im Jahr 2018 dürfen nur 11.500 chinesische Staatsbürger nach Mekka fahren. Besonders strenge Auflagen gelten für Uiguren. Sie müssen mindestens 60 Jahre alt sein und sich ausdrücklich und schriftlich zur Führungsrolle der Kommunistischen Partei bekennen. Auch darf nur höchstens ein Angehöriger einer Familie die Pilgerfahrt antreten.

Die rund zehn Millionen Uiguren sind nach den Hui die zweitgrößte muslimische Bevölkerungsgruppe unter den 23 Millionen Muslimen in China. Doch Schätzungen zufolge durften die Uiguren im Jahr 2017 nur 1.400 der Mekka-Pilger aus der Volksrepublik stellen.

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