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Stellungnahme: Bosniaken reagieren verwundert über “illegitime” Vertretung bosnischer Serben

"Kopfschütteln"

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(iz). Auch wenn der Friedensvertrag von Dayton aus dem Jahre 1995 den blutigen Krieg in Bosnien-Herzegowina de jure beendete, sind seine Nachwirkungen immer noch zu spüren. Hierzu zählt auch der anhaltende Streit darüber, wer eigentlich das Recht besitzt, Bosnien zu vertreten: dessen verfassungsgemäße Regierungsorgane oder “Entitäten” wie die der bosnischen Serben. Aktuell machte der Bosnisch Akademische Kreis in München auf dieses Dilemma aufmerksam, in dem er in einem offenen Brief an Stuttgarts Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster darauf hinwies, dass sich in der südwestdeutschen Landeshauptstadt und Wirtschaftsmetropole eine eigenständige Vertretung der so genannten “Republika Srpska” befindet.//2r//

In Deutschland gebe es – so das offene Schreiben, dass auch an weitere württembergische Einrichtungen geschickt wurde – nicht nur eine bosnische Botschaft, sondern weitere Generalkonsulate, deren Aufgabe es sei, “die außenpolitischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen des Gesamtstaates Bosnien und Herzegowina zu vertreten”. Der “illegitime Versuch von Seiten der Regierung der Entität 'RS' (…), eine eigene Vertretung ins Leben zu rufen”, sei der klarer Versuch eines Aufbaus einer parallelen Einrichtung, die den Gesamtstaat Bosnien paralysieren solle.

Jüngst habe der bosnisch-serbische Premier, Milorad Dodik, Sarajevo mit der chauvinistischen Begründung als “hässliche Stadt” beschrieben, da es in ihrem Stadtbild zu viele Moscheen gebe. Ebenso sei die rassistische Aussage Dodiks dokumentiert, wonach ihm kein bosnischer Richter muslimischen Glaubens jemals einen Prozess machen dürfe.

Es müsste, so das öffentliche Schreiben, auch deutschen Einrichtungen bekannt sein, dass die wichtigsten “Gründer” dieser Entität in Den Haag vom Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien für Völkermord, Kriegsverbrechen und Vertreibung von Nicht-Serben verurteilt worden sind oder dass ihnen augenblicklich der Prozess gemacht werde.

Angesichts dieser Tatsache forderten die Autoren des Briefes die Verantwortlichen im Ländle zu einer Erklärung auf, wie eine Zusammenarbeit deutscher Einrichtungen mit der bosnisch-serbischen Vertretung begründet werde. Außerdem hinterfragen sie die Motivation, warum es “in Stuttgart überhaupt erlaubt werde, ihre parallelen Interessen” zu verfolgen.

Der Bosnische Akademische Kreis brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass die schwäbischen Verantwortlichen “in Zukunft ausschließlich nur noch mit den gesamtstaatlich anerkannten Vertretern und Institutionen Bosnien-Herzegowinas” zusammenarbeiten werden. Durch eine Kooperation mit einer Vertretung der “Republika Srpska” untergrabe man unbewusst den Daytoner Friedensvertrag.

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