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Streik im Sudan beendet

Trotz Gewalt sind weitere Verhandlungen möglich

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Foto: Wikimedia Commons

Die Opposition im Sudan hat ihren am Sonntag begonnenen Streik beendet. Sie will außerdem nach eigenen Angaben mit Hilfe eines Vermittlers erneut mit der Militärführung verhandeln. Es werde keine direkten Gespräche geben, sondern es werde nur durch einen äthiopischen Mediator mit dem militärischen Übergangsrat verhandelt, sagte am späten Dienstagabend Madani Abbas Madani, ein führender Vertreter des Gewerkschaftsbündnisses SPA. Das Bündnis ist der Organisator der Massenproteste der vergangenen Monate. Bei den Verhandlungen wird es demnach um einen so genannten Souveränen Rat gehen, der höchstes Organ einer künftigen Übergangsregierung sein soll.

Zunächst hatte es geheißen, der Streik werde so lange fortgesetzt, bis die Militärführung die Macht an eine zivile Übergangsregierung übergebe. Am Dienstag blieben in der Hauptstadt Khartum viele Läden geschlossen, einige öffneten jedoch wieder.

Vergangene Woche lösten Sicherheitskräfte gewaltsam eine Sitzblockade in Khartum auf, dabei starben einem Ärzteverband zufolge mehr als 100 Menschen und mehr als 500 weitere wurden verletzt. Die Opposition rief danach den Streik aus. Um zwischen den beiden Seiten zu vermitteln reiste Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed am Freitag nach Khartum

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte den Gewaltausbruch aufs Schärfste und forderte einen sofortigen Stopp der brutalen Übergriffe auf Zivilisten. Sowohl Militärrat als auch Opposition müssten auf eine Lösung des Konflikts hinarbeiten, teilte das Gremium am Dienstag (Ortszeit) mit. Die Menschenrechte müssten geachtet und die Zivilisten umfassend vor Gewalt geschützt werden. Man habe zur Kenntnis genommen, dass der militärische Übergangsrat die Vorfälle untersuchen wolle und bekräftige das Engagement für die Einheit und Souveränität des Sudans. 

Nach monatelangen Massenprotesten war Sudans Langzeitmachthaber Omar al-Baschir im April von den Streitkräften abgesetzt worden. Seitdem verhandelten die Militärführung und die Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung, allerdings brachen die Gespräche dann ab. Dem Putsch waren wegen einer Wirtschaftskrise monatelange Massenproteste vorausgegangen. Der Sudan im Nordosten Afrikas gehört zu den 25 ärmsten Staaten der Welt. 

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