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Studenten machen negative Erfahrung an der Dortmunder Universität

Keine Unterstützung

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(iz). Drastisch andere Erfahrungen als viele andere muslimische Studentenvereinigung an deutschen Hochschulen, nämlich äu­ßerst negative, hat die 2007 aus zwei vor­hergehenden Vereinen gegründete Islamische Hochschulvereinigung (IHV) Dortmund bisher machen müssen. „Man verweigert man uns die Eintragung als Verein, da ein Verein ja nur dann Sinn habe, wenn er auch die Räume benutzen könne“, erzählt Hatice* von der IHV. „Und Räume seien angeblich keine vorhanden. Als wir dann versucht haben, uns auch ohne Raumnutzung eintragen zu lassen, wurde deutlich, dass dies nur ein Vorwand war und man offenbar gar keine muslimischen Vereine zulassen will.“ Offenbar gebe es eine generelle Ablehnung gegenüber religiösen Studentengruppen, und insbesondere gegenüber muslimischen, meint Mustafa*.

Die IHV, die derzeit rund 35 Mitglieder hat, habe mehr als 100 Unterschriften für einen Gebetsraum gesammelt, aber kein akzeptables Raum­angebot erhalten – lediglich einen Raum des AStA, der allerdings nicht nur Muslimen, sondern der Allgemeinheit offen stehen sollte, und das etwas eigenwillige Angebot, einen Container für die muslimischen Betenden aufzustellen. Derzeit betet man daher weiter im Treppenhaus nahe dem Notausgang. Mehrere Gespräche mit dem Rektorat blieben erfolglos, auch nach dem Wechsel des Rektors.

Es gebe auch ethnische Studentenvereine, zum Beispiel einen afrikanischen oder türkischen, die auch nicht anerkannt würden, so Mustafa, der auch für die Multikulti-Liste im Studierendenparlament (StuPa) sitzt. Im Studierendenparlament und im AStA, so Mustafa, werde von einigen eine anti-islamische Haltung vertreten, und das Studentenparlament habe sich selbst die Regel aufgestellt, religiöse Vereine nicht mehr unterstützen zu wollen.

So schwindet nun auch die Unterstützung des AStA für die IHV. Die Teilnahme an einer antirassistischen Veranstaltung wurde der IHV, die einen Vortrag über Islamophobie als eine Art des Rassismus halten wollte, mit dem Argument verwehrt, dass ihr Programm „zu religiös“ sei. „Dabei war der AStA bisher unser Rückgrat“, sagt Hatice enttäuscht.

Derzeit ist man bei der IHV Dortmund ratlos aufgrund der festgefahrenen Situation und weiß nicht mehr, was man noch tun soll. „Wir haben eigentlich alles getan, was in unserer Macht stand, es zuerst über das Sekretariat versucht, dann mit freundlichen Gesprächen, dann schriftlich, dann haben wir Unterstützung von Professoren gesucht, dann versucht, an den Rektor heranzukommen, dann versucht, mit dem AStA und dem StuPa etwas zu erreichen, dann versucht, eine AG zu gründen, die später zu einem Verein werden sollte – nichts hat geklappt“, sagt die Studentin bedrückt.

* Name von der Redaktion geändert.

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