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Syriens Regierung will eingekesselten Zivilisten Abzug erlauben

Seit April wurden 576.000 Menschen vertrieben

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Foto: Igor Dvurekov | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Damaskus (dpa). Syriens Regierung will nach dem Vormarsch ihrer Truppen im letzten großen Rebellengebiet um die Stadt Idlib eingekesselten Zivilisten den Abzug gestatten. Dafür sei im Süden des Gebietes ein Korridor eingerichtet worden, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag unter Berufung auf das Außenministerium in Damaskus. Unklar ist, wie viele Menschen sich noch in dem eingekesselten Gebiet aufhalten. Aktivisten hatten berichtet, ein Großteil der Zivilisten sei bereits zuvor geflohen.

Die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad waren am Mittwoch in die Stadt Chan Schaichun eingerückt, nachdem die Rebellen diese aufgegeben hatten. Bei dem Vormarsch schnitten die Truppen der Regierung einen Teil im Süden des Rebellengebiets um Idlib von der Außenwelt ab. In der eingekesselten Region liegt auch ein Beobachtungsposten der Türkei, die die Rebellen unterstützt.

Die Region um Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes ist nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg das letzte große Rebellengebiet. Dominiert wird es von der Al-Kaida-nahe Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Russland als Verbündeter der Regierung und die Türkei hatten sich auf eine sogenannte Deeskalationszone für Idlib geeinigt. Die Assad-Anhänger begannen jedoch Ende April eine Offensive und konnten in den vergangenen Tagen größere Geländegewinne verbuchen. Die syrische und russische Luftwaffe fliegen regelmäßig Angriffe.

Die Eskalation der Gewalt und der Vormarsch der Regierung löste eine Massenflucht aus. Nach UN-Angaben flohen im August mehr als 70 000 Menschen aus dem umkämpften Gebiet Richtung Norden. Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage. Seit Beginn der Offensive im April sind den UN zufolge 576 000 Menschen innerhalb der Region Idlib vertrieben worden.

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