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Terror in Wien: Einer der Täter als Extremist identifiziert

Österreichs Innenminister Nehammer gibt erste Erkenntnisse bekannt

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Foto: Dragan Tatic, österr. Bundeskanzleramt (BKA)

Wien (dpa/KNA/iz). Der Anschlag in der Wiener Innenstadt hat nach Angaben von Österreichs Innenminister Karl Nehammer einen „islamistischen Hintergrund“. Ein am Montagabend von der Polizei getöteter und identifizierter Täter sei ein Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ gewesen, sagte Nehammer bei einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen.

Der Mann sei mit einem Sturmgewehr bewaffnet gewesen und habe außerdem als Attrappe einen Sprengstoffgürtel getragen, sagte der Innenminister am Morgen nach dem Anschlag. Er habe offenbar Panik verbreiten wollen. Im Umfeld des Täters wurden mehrere Objekte durchsucht. Es seien mehrere Personen festgenommen worden, hieß es aus dem Innenministerium, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Morgen meldete.

Nach Aussagen des Journalisten Florian Klenk auf Twitter vom heutigen Morgen handle es sich bei dem bekannten Täter um den 20-jährigen Kurtin S. Er sei in Wien geboren. Der junge Mann habe sich auf dem „Radar des Verfassungsschutzes“ befunden, „weil er einer von rund 90 österreichischen Islamisten war, die nach Syrien ausreisen wollten. Im Juli sei er daran gehindert worden“. Einen Terroranschlag im Wien hätten ihm die Behörden nicht zugetraut, so Klenk.

Screenshot: YouTube

Derzeit gibt es bisher drei zivile Todesopfer, zwei Männer und eine Frau. 17 weitere Menschen wurden laut jüngsten Medienberichten verletzt. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es mehrere Täter gegeben hat“, sagte Nehammer. Derzeit liefen weitere Ermittlungen. Die Polizei rief die Wiener Bevölkerung auf, die Innenstadt zu meiden. Die Schulpflicht in der österreichischen Hauptstadt wurde ausgesetzt.

Am Montagabend kurz nach 20 Uhr waren nahe der U-Bahnhaltestelle Schwedenplatz die ersten Schüsse gefallen. Danach soll es an fünf weiteren Tatorten in der Nähe zu Feuerüberfällen gekommen sein. In der Gegend befindet sich die Wiener Hauptsynagoge. Ermittler prüfen weiterhin, ob sich aus der räumlichen Nähe zu einer Wiener Synagoge ein antisemitisches Motiv ableiten lässt. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, erklärte letzte Nacht auf Twitter, die Kultstätte und angeschlossene Büroräumlichkeiten seien zur Tatzeit bereits geschlossen gewesen.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) bot ihre uneingeschränkte Kooperation mit den Sicherheitsbehörden an. Man wisse über den oder die Täter auch nicht mehr, als das Innenministerium bekanntgegeben habe, sagte eine Sprecherin. Die IGGÖ werde nun prüfen, ob der Täter in die Gemeinschaft eingebunden gewesen oder aufgefallen sei. Die Tat mache die Muslime fassungslos.

Unterdessen schloss die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) alle Synagogen in Österreich. Betroffen seien in Wien zudem sämtliche Einrichtungen, wie koschere Restaurants, Supermärkte und Schulen. Gemeindemitglieder wurden dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Man wisse aber nicht, ob der Anschlag der IKG gegolten habe.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach von einem „widerwärtigen Terrorangriff“. Das Land werde die Gefahr mit allen Mitteln bekämpfen. Im weiteren Verlauf des Morgens will der Regierungschef sich in einer Rede an die Nation wenden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte Österreich am Morgen die Anteilnahme und Solidarität der Bundesregierung aus. „Der islamistische Terror ist unser gemeinsamer Feind. Der Kampf gegen diese Mörder und ihre Anstifter ist unser gemeinsamer Kampf.“ Sie sei in Gedanken bei den Opfern, Angehörigen und Sicherheitskräften.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Terrorangriff in der Wiener Innenstadt scharf. Er verfolge die Situation mit „äußerster Sorge“, sagte der UN-Chef nach einer Mitteilung in der Nacht zum Dienstag in New York.

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