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These vom „Einzeltäter“ zurückgewiesen

Juden und Muslime für konkrete Maßnahmen nach Attacke in Halle

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Foto: Boaz Guttman, flickr

Berlin/Halle (KNA). Nach dem Angriff auf die Synagoge von Halle halten die Forderungen aus Politik sowie jüdischen und muslimischen Verbände nach konkreten Konsequenzen an. Die Staatsministerin für Integration, Annette Widmann-Mauz (CDU), forderte am Donnerstag unter Hinweis auf Ministergremien zu besonderen Fragen „ein Sonderkabinett für Zusammenhalt und gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit“.

Widmann-Mauz verlangte zudem mehr Polizeischutz für Synagogen und Moscheen. Dieser Forderung schlossen sich auch der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und das Berliner Jüdische Bildungszentrum Chabad Lubawitsch an. „Wir erwarten von den Behörden, dass jede Synagoge in Deutschland während der Gebetszeiten geschützt werden soll“, so deren Rabbiner Yehuda Teichtal.

Das AJC Berlin Ramer Institute kritisierte unter Hinweis auf die Synagoge von Halle, dass „das Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland von der Stabilität einer Eingangstür abhängt“. Zudem wandte sich die jüdische Organisation gegen die „abstrakten Bekenntnisse gegen Antisemitismus“. Das Institut fordert: „Wer etwas gegen Judenhass unternehmen möchte, der muss vor allem damit beginnen, ihn aus jeder Richtung kommend und in jeder Schattierung schonungslos zu benennen und sich nicht immer nur die Tätergruppe herauszugreifen, die in die eigene politische Agenda passt.“

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) wandte sich nachdrücklich gegen die „Einzeltätertheorie“. Es sei ein Versuch, „diesen Akt des Terrors zu relativieren“, erklärte der TGD-Vorsitzende Gökay Sofuoglu. Dagegen seien die Gründe Antisemitismus und Rassismus. Der Co-Vorsitzende der TGD, Atila Karabörklü, betonte, es sei keine Zufall, dass der Täter auch einen Sprengsatz in einen Dönerimbiss geworfen habe. „Das rassistische Gedankengut des NSU lebt weiter“, kritisierte Karabörklü. Der Kampf dagegen müsse „endlich oberste Priorität haben“.

Auch der deutsch-türkische Moscheeverband DITIB wies „Einzeltäter-Theorien“ zurück. Sie dürften nicht davon ablenken, „dass das gesellschaftliche Klima zunehmend durch rechtes Gedankengut vergftet wird“, so der DITIB-Vorstandsvorsitzende Kazim Türkmen. Es müsse spätestens nach dem Terror-Angriff in Halle bewusst sein, „dass die Drohungen gegenüber fast 20 Moscheen allein in diesem Jahr sowie mehreren weiteren muslimischen Einrichtungen keine leeren Drohgebärden sind“.

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