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Todenhöfer von Gummigeschoß getroffen

Bei Protesten an der Gaza-Grenze wird der Publizist in den Rücken getroffen

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Foto: Maxpixel.net Lizenz: CC0 1.0

Tel Aviv (dpa/iz). Der deutsche Publizist Jürgen Todenhöfer ist bei Protesten an der Gaza-Grenze nach eigenen Angaben von einem Gummimantelgeschoss der israelischen Armee in den Rücken getroffen worden. Ein Video auf Facebook zeigte den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel mit einem Schild, auf dem auf Englisch stand: „Liebe Israelis, bitte behandelt die Palästinenser auf die gleiche Art wie Ihr behandelt werden wollt!“

Der 78-Jährige schrieb in der Nacht zu Samstag, er habe sich Hunderte Meter vor der Grenze zu Israel umgedreht. Dann habe ihm ein israelischer Soldat in den Rücken geschossen. Auf dem Video ist zu sehen, wie Todenhöfer umringt von Frauen, Männern und Kindern herumläuft. Dann schreit er kurz auf, die Kamera wird unruhig. Todenhöfer sagt: „Es ist nichts, es ist ok.“

Nach einer Prüfung des Vorfalls teilte die israelische Armee am Sonntag mit, rund 6500 Menschen hätten sich am Freitag zu Protesten am Grenzzaun versammelt. Sie hätten Sprengsätze und Steine geworfen und versucht, den Grenzzaun zu beschädigen. Einige Verdächtige hätten kurzzeitig die Grenze überquert. Die Soldaten hätten in Übereinstimmung mit ihren Vorschriften das Feuer eröffnet. Die Armee warf der im Gazastreifen herrschenden Hamas vor, Zivilisten bewusst in die Gefahrenzone zu bringen. „Wir betonen, dass die israelische Armee nicht absichtlich auf Journalisten oder Sanitäter schiesst.“ Scharfe Munition werde nur als letzter Ausweg eingesetzt.

Todenhöfer schrieb mit Bezug auf sein Schild in der Nacht zu Samstag auf Facebook: „In keinem Rechtsstaat der Welt wird man wegen eines so versöhnlichen Satzes beschossen. So kann das nicht weitergehen.“ Bei den Zusammenstößen waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza auch mindestens 46 Palästinenser durch Schüsse verletzt worden

Seit Ende März 2018 sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten mehr als 280 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden.

Die Palästinenser verlangen unter anderem eine Aufhebung der Blockade, die Israel und Ägypten über den Gazastreifen verhängt haben. Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.

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