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Trauerfeier für Mehmet Turgut – Warnung vor rechter Gewalt

Auch 16 Jahre nach den NSU-Morden hat die Gefahr des Rechtsterrorismus nicht an Brisanz verloren

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Foto: Jan Hrdonka | Lizenz: gemeinfrei

Rostock (dpa). In Rostock haben rund 150 Menschen des vor genau 16 Jahren ermordeten Mehmet Turgut gedacht. Der 25-jährige Türke war 2004 in einem Imbiss im Stadtteil Toitenwinkel vom sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) erschossen worden. Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück verwies in ihrer Ansprache auf die Reihe von Gewalttaten, die deutschlandweit in den vergangenen Monaten aus rassistischen und menschenverachtenden Motiven heraus verübt worden sind.

Dazu zählte sie den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, den Anschlag auf die Synagoge von Halle genauso wie die jüngste Bluttat von Hanau. Dafür sei ein Mann mit einer „zutiefst rassistischen Gesinnung“ verantwortlich, sagte Lück. Deshalb müsse das Gedenken an die Ermordeten auch mit einer Mahnung verbunden sein. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Vorurteile, Gewalt und Rassismus in unserer Gesellschaft noch weiter Fuß fassen.“

Peter Ritter von den Linken verwies in einer Erklärung darauf, dass die rechte Terrorszene „offenbar ungebremst mobil“ macht. Dafür seien auch die mitverantwortlich, die rassistische und menschenverachtende Parolen salonfähig gemacht haben. „Kassel, Halle, Hanau – die Saat der rechten Hetzer und geistigen Brandstifter geht auf.“

Turgut hatte an dem Imbiss ausgeholfen, als er Opfer des NSU wurde. Das Trio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatte fast 14 Jahre lang im Untergrund gelebt. In dieser Zeit ermordeten die Männer neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft und eine Polizistin. Sie begingen außerdem zwei Sprengstoffanschläge und mehr als ein Dutzend Raubüberfälle. 2011 flog das Trio auf. Die beiden Männer wurden tot in einem ausgebrannten Wohnmobil gefunden. Das Oberlandesgericht München verurteilte Zschäpe im Juli 2018 wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft.

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