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Treffpunkt Russland

Die wichtigste Nebensache der Welt mit Störgeräuschen

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Foto: Kremlin.ru, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 4.0

(iz). Vier Wochen lang blickt die Welt auf Russland. Bisher ­verlaufen die vom russischen Präsidenten, Wladimir Putin, eröffneten Spiele reibungslos. Es ist ein Fest. Fußballfans aus aller Welt bringen bunte Farbtupfer in die russischen Städte. Die Kritik an der politischen Lage in ­Russland ist nahezu verstummt. Der Fußball entfaltet so seine weltpolitische Bedeutung, als Zusammenkunft von Spielern und Zuschauern im Rahmen ­eines sportlichen, fairen Wettkampfs – ganz unabhängig von ihrer Herkunft und Konfession.

Neben der Idee der Völkerverstän­digung stehen über dem modernen Fußball auch längst die anderen Zeichen der Globalisierung. Die Stars zeigen ihr Spiel vor den Investoren des Fußballgeschäfts und bereiten ihre künftigen Wechsel und neue atemberaubende Ablösesummen vor. Große Sponsoren entscheiden über Spielorte und Übertragungszeiten mit. Die Spieler sind Geschäftsmänner und gleichzeitig Repräsentanten von Firmen und Ländern. Sie sollen Zusammenhalt verkörpern und zur Identitätsfindung von Nationen in Zeiten der Globali­sierung beitragen. In der extremsten ­Erwartung soll der Sport gar Religion und Politik ersetzen.

Gerade die europäischen Mannschaften präsentieren zudem Teams, die ihre neuen gesellschaftlichen Realitäten widerspiegeln. Die Teams aus der Schweiz, Belgien, Frankreich oder England sind auch durch Könner mit Migrations­hintergrund geprägt. Zuhause werden sie von Fans beurteilt, die nicht immer ­hinter der Integrationspolitik ihrer ­Regierungen stehen. Das Spiel zwischen der Schweiz und Serbien, der Jubel zweier Schweizer Spieler mit einer albanischen Symbolik und der Hass serbischer Fans gegen sie zeigen die ganze Problematik der europäischen Integrationsdebatten auf.

Die zeitgenössische Fußballwelt ist wahrlich nicht perfekt, eher ein Abbild unserer gesellschaftlichen Realität. Das mag man beklagen, aber es ist auch das begeisternde Spiel der Mannschaften, das den Zuschauer immer wieder in seinen Bann zieht. Die Magie des beliebten Spiels funktioniert: Tore sind nicht planbar, Favoriten scheitern und Außenseiter gewinnen.

Bisher überzeugen Kroatien, England und Belgien, während andere große Fußballnationen wie Argentinien oder Polen enttäuschen. Das Spiel um den Titel ist offen und der Sieger ungewisser denn je. Nach wie vor können auch Außenseiter einen Titel gewinnen. Solange eben der Teamgeist stimmt. Immerhin eine Botschaft des Fußballs für die Gesellschaften zuhause: Gemeinsam ist man erfolgreicher.

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Khalil Breuer

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