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Trinidad muss auf die Liste

Ultimative Gründe, warum man die muslimfreundliche Insel entdecken sollte. Chantal Blake

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(Muslim Travel Girl). Wenn mir muslimische Reisende sagen, sie möchten gerne die Karibik besuchen, dann geht meine erste Empfehlung in Richtung Trinidad. Die meisten haben noch nicht von diesem kleinen, erdölreichen Eiland gehört, aber sie nennt eine erstaunliche muslimische Gemeinschaft ihr Eigen. Diese hat den Islam genauso zum Teil der Inseltraditionen gemacht, wie es der Karneval ist.

Mit mehr als 85 Moscheen, unter denen man auswählen kann, hat Trinidad die höchste Konzentration in der westlichen Halbinsel. Darüber hinaus haben die Muslime ihren eigenen Fernsehsender, eine Kreditgenossenschaft, blühende Geschäfte sowie eine Anzahl an Netzwerken für soziale Dienstleistungen.

Auch wenn sie weniger als 10 Prozent der Bevölkerung ausmachen, haben sie ihre Spuren hinterlassen. Das Fest zum Ende des Ramadan ist ein nationaler Feiertag. Muslimische Schulen und Kollegs sind als akademische Einrichtungen anerkannt. Halal-Lebensmittel sind allgemein verbreitet, selbst bei normalen Restaurantketten. An öffentlichen Orten, darunter auch Stränden, ist es nicht unüblich, zurückhaltend gekleidete Männer und Frauen zu sehen, die sich ungezwungen an ihrem sozialen Leben erfreuen.

Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten oder Europa erscheinen die Muslime der Insel als isoliert von der allgemeinen Gesellschaft. Tatsächlich sind aber gerade muslimische Frauen eng mit der Gesellschaft beispielsweise als Fachleute, Politikerinnen oder Künstlerinnen verwoben. Es ist im Großteil der Karibik so, dass die gelassene Atmosphäre einen Geist der Toleranz für Unterschiede und gegenseitigen Respekt fördert. Aus diesem Grund können christliche, muslimische und hinduistische Gemeinschaften friedlich koexistieren. Ob sie Inder, Afrikaner oder gemischter Herkunft sind: Trinidads Bürger teilen alle den gemeinsamen Aspekt der nationalen Identität und des Essens.

Ein Trinidadbesuch ist leicht zu planen, da es hier – im Gegensatz zu anderen Inseln – keine Hurrikansaison gibt. Zum Ende des Sommers findet hier immer eine internationale Konferenz statt, die muslimische Redner und Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Es sei den Reisenden jedoch geraten, die Karnevalsaison zu meiden, weil hier vor allem Partygänger unterwegs sind. Er findet die letzten Tage vor Aschermittwoch im christlichen Kalender statt.

Tobago ist die viel kleinere Schwesterinsel Trinidads. Für touristische Aktivitäten ist sie viel beliebter. Dazu gehören Tauchen, die Beobachtung von Wildtieren und Golf. Tobagos erste Muslime kamen vor 70 Jahren. Heute gibt es dort zwei Moscheen.

Sollten Sie auf den Geschmack gekommen sein, folgen einige Empfehlungen:

Asa Wright-Naturreservat: Dieses Naturzentrum mit Ressort ist ein wichtiges Zentrum für die Forschung sowie die Beobachtung von Vögeln. Geführte Touren und Ausstellungen führen ein in einen der reichhaltigsten Punkte der biologischen Vielfalt in der Karibik. Für den, der über Nacht bleiben möchte, hat die Herberge ein Restaurant, das lokale Lebensmittel aus seinem Garten verkauft.

Caroni-Vogelpark: Dieses geschützte Feuchtgebiet ist Trinidad und Tobagos zweitgrößte Mangrovenlandschaft. Tagestouren führen Besucher in die Lagune hinab. Dort liegt auch ein schöner See, den eine Vielzahl an Vögeln seine Heimat nennt. Bringen Sie Mückenspray und Ihre Kamera mit. Auf dem Weg sind Boas und Vieraugenfische zu sehen.

Königliche Botanische Gärten: Als einer der ältesten botanischen Gärten der Welt, führt ein Spaziergang in ihm nicht nur in die einheimische Pflanzenwelt ein. Ausgestellt werden auch importierte Pflanzen und Bäume aus aller Welt. Täglich für die Öffentlichkeit geöffnet sind die Gärten ein Rückzugsort in der geschäftigen Hauptstadt Port of Spain.

Queen’s Park-Savanne: Die nahegelegene Savanne ist der größte offene Raum der Hauptstadt. Er dient als Spielort für Kulturveranstaltungen. Um den Park herum liegen Häuser im viktorianischen Stil aus der Vergangenheit sowie öffentliche Residenzen wie die des Präsidenten und des Premierministers.

Manzanilla Beach: Dieser Strand hat eine lange Küstenlinie in einem Gebiet mit wenigen Anwohnern. Er gilt als eine der ruhigeren, weniger kommerziellen Buchten. Hier begegnet man nur wenigen Touristen oder „Sonnenhungrigen“. Der Ozean kann recht rau werden, aber die endlosen Palmenhaine sind atemberaubend.

Nur-e-Islam-Moschee: Als eine der ältesten Moscheen der Insel dient dieser Ort seit Jahrzehnten der muslimischen Gemeinschaft. Sollte man sich hier für das Freitagsgebet einfinden, sieht man viele Betende, die danach in einem der vielen Halal-Restaurants in der Nähe essen. Young Ho Lees chinesisches Restaurant auf der anderen Straßenseite ist sehr zu empfehlen.

Charlieville-Moschee: Direkt neben der Charlieville-Schnellstraße ist diese schöne Moschee ein leicht zu erreichendes Wahrzeichen und ein ruhiger Zufluchtsort für das Gebet. Sie gehört der Anjuman Sunnat Ul Jamaat Association (ASJA) an. Eine der ältesten und größten muslimischen Organisationen Trinidads.

Roti: Diese nahrhafte Mahlzeit ist ein großartiges Street-Food. Sie besteht aus einem großen indischen Fladenbrot. Es wird eng um die geschmorte Füllung Ihrer Wahl gerollt. Das können Kichererbsen und Kartoffeln, Fleisch oder Meeresfrüchte sein. Besuchen Sie auf der ganzen Insel Karamaths Kette von Roti-Shops.

Gemeinschaft mit Geschichte
Die Karibik ist ein 2.400 Kilometer langes Archipel. Für einige sind Islam und Muslime in der Region ein junges Phänomen. Für andere reichen die Wurzeln viel weiter zurück. Schaikh Abdullah Hakim Quick schrieb unter anderem: „… die Geschichte des Islam und der muslimischen Völker in der Karibik reichen mehr als 1.000 Jahre zurück. (…) Hinweise für eine muslimische Anwesenheit in beiden Amerikas stammen von Skulpturen, mündlichen Überlieferungen, Augenzeugenberichten, Artefakten und Inschriften.“

Gesichert sind Muslime seit Jahrhunderten Teil der Karibik. Wenn nicht vor Kolumbus, dann auf jeden Fall nach ihm. Eine nennenswerte Menge muslimisch-afrikanischer Sklaven kam aus Afrika. Ihnen wurden Glaube und Identität geraubt. Einigen gelang die Flucht vor dieser schrecklichen Praxis der Sklaverei. Sie kämpften gegen ihre Grausamkeit, aber verloren zumeist ihren Glauben.

Danach kamen Muslime in großen Zahlen als Zwangsarbeiter oder ökonomische Migranten. Die meisten stammten aus dem indischen Subkontinent. Im Falle Surinams auch aus Indonesien. Heutzutage finden sich Muslime auf beinahe jeder der mehr als 40 Inseln. In der Region leben schätzungsweise eine halbe Million. Es gibt an die 400 bis 500 Moscheen.

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