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Türkeireise von Bundespräsident Wulff vertieft deutsch-türkische Freundschaft. Von Abu Bakr Rieger

Gelungener Besuch

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(iz). Alles andere als eine Freundschaft zwischen Türken und Deutschen wäre nichts anderes als eine historische Katastrophe. Unter diesem Motto könnte der Besuch des Bundespräsidenten Wulff als wichtiges Signal in die neuere Geschichte eingehen. „Die Türkei“, so bestimmte Wulff die Rolle des Landes, „sei eine Brücke zwischen Okzident und Orient“ und „ein Gewinn für Europa“.

Wulffs Besuch und seine Botschaft kam zur rechten Zeit. Der Besuch verhin­derte, dass die Sarrazin-Debatten der letzten Wochen, bis hin zur Identitätskrise der Konservativen überhaupt, an der Partnerschaft zwischen der Türkei und Deutschland rütteln könnten. Deutschland, so machte Wulff deutlich, wird seine eigene Identität nicht in ­einem Gegensatz zur muslimischen Türkei definieren können.

In nur wenigen Tagen haben der Bun­des­­präsident und seine Gattin das passen­de Bildmaterial für diese Thesen ­geliefert und mit der Grundsteinlegung für eine deutsch-türkische Universität auch die Zukunft dieser Beziehungen angedeutet. Der Besuch klärte auch zumindest indirekt die deutsche Gesellschaft über wichtige Missverständnisse auf.

Es ist eine muslimische Regierung, die den Weg der Türkei zurück in eine ­Mili­tärdiktatur verstellt, und es sind sicher auch nicht die Muslime, die der christ­li­chen und jüdischen Minderheit ihren siche­ren Platz am Bosporus verweigern. Für die Benachteiligung von Minderheiten trägt vielmehr eine antiquierte ­nationalistische Ideologie, mitsamt ihrer radikalen Abkehr vom Islam die Verantwortung. Wolfgang Günter Lerch fasst die Geschichte in der FAZ diesbezüglich richtig zusammen: „… was religiöse Toleranz und Religionsfreiheit angeht, kann die türkische Republik dem Osmanischen Reich das Wasser nicht reichen“. Dem türkischen Außenminister, in seinem Bemühen, diese alten Standards in Südosteuropa und Zentralasien wieder einzuführen, kann man im Interesse einer Friedensordnung in der Region hierzu nur Glück wünschen. Die Türkei, die wirtschaftlich selbstbewusster denn je auftreten kann, muss nicht um ihre EU-Mitgliedschaft betteln, sieht sich zu Recht nicht nur als Anhängsel Europas und richtet sich logischerweise und durchaus im Interesse Deutschlands auch nach Asien aus.

Im Gegensatz zum harten Kemalismus ist der sogenannte „Neo-Osmanismus“ der türkischen Regierung aber keine Ideologie, sondern schafft eine raumgreifende strategische Partnerschaft in einer der wichtigsten Schlüsselregionen der Zukunft. Sie verbindet Deutschland nebenbei auch mit den wichtigsten Energieressourcen Zentralasiens.

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