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Über die „Mütter der Gläubigen“. Einige Gedanken zu den Frauen aus der Familie des Propheten Muhammad. Von Schaikh Muhammad Al-Ninowy

„Die Hälfte des Dins kommt von 'Aischa“

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(iz). „Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt…” (Al-’Isra, 70) Allah, der Erhabene, hob Adam aus der Schöpfung hervor, ehrte ihn und gab ihm das Prophetentum. Genauso befahl Er den Engeln, sich vor ihm niederzuwerfen.

Adam, Friede sei mit ihm, ist der Vater aller Propheten in ihrer Abstammung, aber der Prophet Muhammad ist der Vater aller Propheten hinsichtlich des Prophetentums. Denn er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte in einem Hadith: „Ich war ein Prophet, als Adam noch nicht erschaffen wurde.” Alles, was mit dem Gesandten Allahs verbunden ist, wurde wegen ihm geehrt. Er ist der einzige, der den letztgültigen Maqam der Schifa’a (Rang der Fürbitte) hat. Er ist der Schaf’i aller Propheten und der Schöpfung.

Wir essen Datteln, weil der Prophet Muhammad sie gegessen hatte.

Medina wurde zur erleuchteten Stadt wegen seines Lichts.

Das ihm gegebene Buch wurde zum ehrenwertesten Buch, seine Sunna die geehrteste und seine Familie zur geehrtesten Familie. Sein Frauen wurden die „Mütter der Gläubigen” und sie zählen zu den nobelsten Frauen, die jemals einen Fuß auf die Erde gesetzt haben.

Saijida Amina, die Mutter des Propheten

Wir tun dieser noblen Frau häufiger Unrecht, denn wir lernen nicht genug über sie und reden auch nicht viel über sie. Oftmals erwähnen wir sie verschämt, weil einige seltsame Leute meinen, das Höllenfeuer als ihr Schicksal vorhersagen zu müssen. ‘Abdulmuttalib hatte 10 Söhne, die mit ihm gingen, und sie schienen wie die Sonne mit den sie umkreisenden Planeten. ‘Abdullah, der Vater des Gesandten Allahs, ging mit seinem Vater auf Reisen, um Handel zu treiben und den Lebensunterhalt für seine Familie zu verdienen.

Eines Tages war er mit seinem Vater ‘Abdulmuttalib zusammen und eine Frau namens Qutaila näherte sich ihm und sagte ihm, dass wenn er seinen Vater verließe und sie heiraten würde, sie ihm wegen seiner Schönheit sehr viel Geld geben würde. Er blickte auf die Frau und entgegnete: „Ich muss meinem Vater gehorchen.” ‘Abdulmuttalib hingegen ging zum Stamm der Bani Zuhra, die sehr feine, gebildete Leute waren und hielt um die Hand von Saijida Amina, möge Allah mit ihr zufrieden sein, für seinen Sohn an. Die Heirat fand sofort danach statt. An diesem Tag weinten alle Frauen der Stadt, den sie wollten ihn heiraten. Drei Tage später unterrichtete ihn sein Vater, dass er auf eine Handelsreise nach Syrien gehen müsse. Und so gehorchte er seinem Vater. Auf seiner Reise begegnete er der gleichen Frau wieder und sie ignorierte ihn.

‘Abdullah hielt an und fragte sie: „Wie kommt es, dass du dich mir dieses Mal nicht zur Heirat anbietest?” Die Frau entgegnete: „Weil das Licht, dass in deinem Gewicht gewesen ist, fort ist.” Während er in Syrien war, verstarb er und Saijida Amina, möge Allah mit ihr zufrieden sein, war schwanger und trug dieses Licht in sich. Sie gebar den Gesandten Allahs, möge Allah ihm Frieden geben und ihn segnen.

Sie erfurh im zweiten Monaten ihrer Schwangerschaft vom Tod ihres Gatten. Es gibt viele Berichte darüber, die erwähnen, dass die Engel während ihrer Schwangerschaft bei ihr waren. Die Geburt des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, war eine Erleichterung für sie. Sie gab ihn zur Pflege in die Wüste, wie es die Tradition der Quraisch in diesen Tagen war.

Von ihren positiven Eigenschaften können wir viele Dinge lernen; wie beispielsweise Geduld (Sabr), nachdem ihr Ehemann gestorben ist und in den folgenden Schwierigkeiten, denen sie sich im Heranwachsen des Propheten gegenüber sah.

Einmal ging sie vor ihrem Tod nach Medina und nahm den Propheten mit sich. Sie fing an zu weinen, und die Frauen in Medina weinten ebenfalls mit ihr. Saijida Amina ist ein Vorbild für uns, unsere Mütter und Frauen, ein Beispiel an notwendiger Geduld und Reife.

Saijida ‘Aischa

Sie war eine andere Gestalt aus dem Haushalt des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Sie lebte schätzungsweise 66 Jahre und war eine Rechtsgelehrte (Faqiha), die viele Gefährten des Propheten unterrichtete. Sie war in sich eine Schule (Madrassa). Einmal kam sie zum Propheten und sagte ihm: „O, Gesandter Allahs! Alle deine Frauen haben ehrende Beinamen, und doch habe ich keinen.” Er sagte ihr: „Wir werden dich Umm ‘Abdullah nennen.”

‘Aischa berichtete: „Ich war dünn mit einem hellen Gesicht und ich ging mit ihm. Er forderte mich zu einem Wettrennen heraus, um zu sehen, wer an der Spitze liegen wird. Wir rannten, ich setzte mich an die Spitze und gewann – er lächelte. Nach einigen Jahren legte ich an Gewicht zu. Wir rannten um die Wette und er war schneller als ich.“

Er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, nahm ‘Aischa am Abend oft zu Spaziergängen mit, auf denen er ihr den Qur’an und dessen Auslegung (Tafsir) beibrachte. Der Prophet sagte zu seinen Gefährten: „Dieses Leben hat viele Dinge zu bieten, aber die beste Sache ist eine Frau mit Taqwa (vorsichtiges, stetiges Bewusstsein angesichts der Anwesenheit Allahs). Der beste von euch ist derjenige, der seine Frau(en) am besten behandelt. Und ich bin der beste unter euch zu seinen Frauen.”

Ein Mann kam zu ihr und stellte ihr eine Rechtsfrage über das Wischen über die Ledersocken. Sie antwortete: „Geh zu ‘Ali und frage ihn, denn er hat mehr Wissen als ich.”

Sie weinte so viel, dass ihr Schleier tropfnass wurde. Das Auge, das für Allah weint, ist das Auge, dem vergeben wird.

Auf ihrem Totenbett, bat Ibn ‘Abbas, kommen zu dürfen und ihr den Friedensgruß zu entbieten, aber sie sagte: „Sagt ihm, er soll nicht kommen, denn er wird gute Dinge über mich sagen. Und ich wünschte, ich wäre vergessen.” Von ‘Aischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, stammte der tief spirituelle Satz, der in den meisten spirituellen Traditionen des Islam zu den Lehrsätzen zählt: „Wäre ich doch nur ein Blatt an einem Baum, welches vergessen wird.”

Angesichts von ‘Aischa wird deutlich, dass das Bild von der „Frau in der Küche” nicht stimmig ist. Man betrachte nur die herausragende Rolle, die sie als Ehefrau spielte und die Dienste, die sie für die Muslime leistete.1

Saijida Khadidscha

Sie war eine sehr einzigartige Frau, die der Prophet sehr liebte. Und es heißt in einem authentischen Hadith vom Propheten: „Allah gab mir die Liebe von Khadidscha.” Es gibt einen Unterschied zwischen dem Satz „ich liebe sie” und „ihre Liebe wurde mir gegeben”.

Khadidscha war der erste Mensch nach dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, der den Islam annahm. Und sie war eine der vier perfekten Frauen – Asija, Mariam, Khadidscha und Fatima. Wenn eine Frau sich in Richtung Vollkommenheit bewegen möchte, findet sie in diesen vier ihre Vorbilder.

Sie war eine Stütze für den Islam und die Muslime, und viele Gelehrte sind der Ansicht, dass ohne die materielle Hilfe Khadidschas für den Gesandten Allahs und den Mut ‘Alis sich der Islam nicht ausgebreitet hätte. Denn Khadidscha war für die damaligen Verhältnisse eine sehr reiche Frau, die viele tausende Kamele besaß. Nach ihrer Eheschließung mit dem Prophet brachte sie ihren Besitz vor die Quraisch und erklärte: „Seid ein Zeuge dafür, dass alles, was ich besitze, nun von Muhammad besessen wird.”

Khadidscha war eine sehr reife und ausgeglichene Frau, die ihr Augenmerk auf die Zukunft hin ausgerichtet hatte. Wir können ihren Iman [Vertrauen in Allah, umfassende innere Glaubenslandschaft des Herzens, wird manchmal verkürzt mit „Glaube” übersetzt] darin erkennen, wie sie den Propheten bei seiner Rückkehr von der Höhle Hira behandelte. Sie frage ihn nicht: „Was hast Du alleine in der Höhle gemacht?” Vielmehr unterstützte sie ihn und sagte: „Allah wird dich nie verlassen.” Einmal saß der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, als Dschibril zu ihm kam. Khadidscha kam mit Nahrung in der Hand herein. Der Erzengel sagte dem Gesandten: „O Gesandter Allahs, berichte Khadidscha, dass Allah ihr Friedensgrüße sendet und richte ihr meinen Gruß ebenfalls aus.” Beim Hören dieser Nachricht lächelte die erste Ehefrau des Propheten Muhammad und entgegnete: „Allah ist Frieden.” Dschibril teilte ihr weiterhin mit: „Vernehme die frohe Botschaft, dass auf dich im Paradies ein Haus wartet, in dem es keinen Lärm und keine Sorgen gibt.”

Gegenüber seiner späteren Frau ’Aischa beschrieb der Prophet diese wichtige Frau wie folgt: „Sie vertraute mir, als mich jeder andere verließ. Sie gab mir, als die Leute von mir nahmen. Sie schützte mich, als die Leute mich töten wollten. Und Allah gab mir Nachkommen von ihr und er schenkte mir keine Kinder von anderen Frauen.”

Nicht umsonst heißt es auch: „Die Hälfte des Dins kommt von ‘Aischa.”

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