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Unermessliche Segnung

Der Ramadan fokussiert uns auf die ­Schätzung des Essens und anderer ­materieller Gaben. Von Imam Zaid Shakir

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(Lamppost Production). Der Monat Ramadan steht bevor. Während dieser besonderen Zeit sollten wir alle über die vielen Segnungen nachdenken, die Allah uns gewährt hat. Diejenigen von uns, die hier im Westen leben, sind mit vielen materiellen Segnungen ausgezeichnet worden, die unvorstellbar für viele unserer Geschwister im Osten sind. Die Menge des von uns verzehrten und auch verschwendeten Essens, die Kosten der meisten Häuser, die schnelle Verfügbarkeit von Auto, unser leichter Zugang zu höherer Bildung, unsere Fähigkeit zu einer frühen Heirat – all diese Segnungen und viele weitere sind kaum glaublich für viele Muslime, die in weit entfernten Ländern leben und alltäglich im Leben zu kämpfen haben.

Die vielleicht größte Gabe, an der wir uns erfreuen, ist die Sicherheit. Das ist ein enormes Geschenk, das viele Menschen als selbstverständlich erachten. Die Fähigkeit zur Sicherheit in den Häusern, das Gehen ohne Furcht auf den Straßen, das Reisen auf den Straßen ohne Angst vor Straßenräubern, die Möglichkeit eines Schlafes ohne gewaltsamen Überfall oder Beschuss unserer Wohnstätten. All das ist ein großer, umfangreicher Segen.

Allah erwähnt im Qur’an, dass Sicherheit eines der großen Geschenke ist, die er den Quraisch, den Leuten unseres Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, erwiesen hat. Er sagt im Qur’an: „So sollen sie dem Herrn dieses Hauses dienen, Der ihnen Speise nach ihrem Hunger gegeben und ihnen Sicherheit nach ihrer Furcht gewährt hat.“ (Quraisch, Sure 106, 3-4)

Die letztere Segnung, die der Sicherheit, erlaubt uns den Genuss aller anderen. Sie darf niemals als selbstverständlich angesehen werden. Denn sie kann uns in jedem Augenblick genommen werden. Und wir können mit schrecklicher Geschwindigkeit in den Abgrund schrecklicher Beschwernisse geworfen werden. Eine der Möglichkeiten, den Segen der Sicherheit und die vielen anderen Segnungen, die wir genießen, zu verewigen, besteht darin, unseren tiefen Dank dafür auszusprechen. Dieser Ausdruck des Dankes liegt darin, dass wir gute, produktive Bürger sind, er findet sich in unserer treuen Hingabe zu unserem Herrn, und darin, dass wir den Menschen das Gute unserer Religion durch unser Handeln demonstrieren, bevor wir versuchen, es mit Worten zu tun. Und Dankbarkeit findet sich in unserem Bemühen, unsere Segnungen mit jenen zu teilen, die weni­ger glücklich sind als wir.

Die Einzelheiten im Zusammenhang, wie wir diese Dinge tun, sind uns allen bekannt. Sie sind so vielfältig wie jedes unserer individuellen Leben. Die Details wurden uns von Allah offenbart, wenn wir uns um ein aufrichtiges Handeln bemühen; ehrlich in unserer Überzeugung, unseren Mitmenschen zu helfen.

Der sich ankündigende Monat ist ein ausgezeichneter Moment zum Anfang für jene von uns, die auf der Straße des Lebens entlang humpeln und die der empfangenen Segnungen unkenntlich sind. Ramadan fokussiert uns auf die Schätzung des Essens und anderer materieller Gaben, an denen wir uns erfreuen, indem wir auf persönlicher Ebene ihren Verzicht erfahren. Der Fastenmonat konzentriert unsere Anbetung Allahs durch die Erhöhung des Niveaus unseres Gottesdienstes, indem diese in einer gemeinschaftlichen Manifestation erscheinen.

Ramadan fokussiert unsere Aufrichtigkeit auf Allah. Denn er kreist um das Fasten. Das ist der eine Akt der Anbetung, mit dem sich vor anderen Menschen unmöglich „angeben“ lässt. Am Ende des Tages weiß Er allein, wer wirklich fastet. Der Fastenmonat erlaubt uns – wenn wir es zulassen –, unsere spirituellen Energien zu konzentrieren, indem er den enormen Segen Qur’an wieder in unseren Alltag einführt.

Und schließlich richtet er unsere ­Aufmerksamkeit auf die zentrale Rolle von Sadaqa in unserem Leben. Wir werden zu dieser Zeit zu mehr und intensiverer Wohltätigkeit angehalten. Das war eine Zeit, in der unser geliebter Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, in normalen Zeiten bereits der großzügigste von allen, noch weitaus ­freigiebiger war.

Unser Prophet, Friede und Segen auf ihm, wurde von Allah aufgetragen, nachdem er so sehr von Allah gesegnet wurde, diese Gaben mit anderen zu teilen, indem er sie verkündete. Wir lesen im Qur’an: „Und was die Gunst Deines Herrn angeht, so verkündet sie.“ (Ad-Duha, Sure 93, 11)

Obwohl auch dieser Ramadan in eine für Muslime schwierige Zeit fällt, so verdeckt die Wirklichkeit einer negativen Aufmerksamkeit doch nicht die Tatsache, dass viele Leute sich nach Islam sehnen. Als Muslime sind wir mit den Früchten des Ramadan gesegnet, von denen einige erwähnt wurden. Wir sollten nicht vor der Aufgabe zurückscheuen, sie mit ­anderen zu teilen. Der innere Frieden, Gelassenheit, Klarheit des Blicks und die Konzentration, die ein bewusster Muslim in seinem Leben erlebt – und die alle während des Ramadan verstärkt werden –, sind ein großer Segen, den wir mit ­anderen teilen müssen. Jetzt ist die Zeit, die Gunst zu verkünden, die Allah uns gewährt.

Übersetzen wir die erhöhte Fokussierung auf Allah und die gesteigerte Wertschätzung Seiner Gunst in höhere Stufen des Dienstes an Ihm und an unserem Mitmenschen. Können wir das als gesamte Gemeinschaft mit ausreichender Überzeugung tun, wir Allah uns weiterhin mit Seinen Gunsterweisen bedecken und ins mit sicherem Leben und Besitz segnen. Solche Segnungen stehen im ­Einklang mit der besten Gemeinschaft, die für die Menschheit gegründet wurde (Al-i-’Imran, Sure 3, 110).

Damit die Manifestation dieser Gunst wirklich sein kann, muss der Dienst an Gott und den Menschen ebenso echt sein. Gehen wir also durch diesen gesegneten Monat mit Bewusstsein, freudiger Widmung und Aufrichtigkeit. Indem wir das tun, drücken wir die Wertschätzung unseres Herrn aus und setzen die vielen Gunsterweise fort, die Er uns gewährt hat.

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Imam Zaid Shakir

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