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UNO: 352 Milliarden Dollar durch Finanzinstitute gewaschen

Hilfe vom Drogenhandel?

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(pte). In der Hochblüte der weltweiten Finanzmarktkrise hat die Bankenbranche offenbar verzweifelt auf den plötzlichen Mangel an Liquidität reagiert. Dem UNO-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) zufolge waren Drogengelder teilweise die einzig verfügbaren Mittel, nachdem der Interbankenmarkt austrocknete und die Institute untereinander kaum mehr Kredite vergaben. Einige Häuser hätten sogar den eigenen Kollaps nur anhand der Gelder aus Drogengeschäften verhindert. Insgesamt habe die Finanzindustrie Erlöse von 352 Mrd. Dollar aus krimineller Herkunft gewaschen. „Im jahrzehntelangen Kampf gegen Korruption und Geldwäsche hat sich nach wie vor nichts bewegt“, bemängelt Uwe Dolata, Sprecher des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, im Gespräch mit pressetext. Dem Experten zufolge sind die Banken selbst in der Pflicht, einen effizienten Schutz vor Geldwäsche zu gewährleisten. Zudem müsse sich die Politik von den Lobbyisten befreien und von den Finanzkonzernen emanzipieren. Diese agiere zur Zeit jedoch nur als „Marionette der Finanzindustrie“, kritisiert Dolata. Ein öffentlicher Aufschrei bleibe dennoch weitgehend aus.

„In undurchsichtigen Finanzsystemen wie etwa bei Hedge Fonds können Unsummen verschwinden, ohne den Ursprung des Geldes zu kennen“, erklärt Dolata. Trotz jahrelanger Untersuchungen und Bemühungen, mehr Kontrolle zu erlangen, sei Geldwäsche nur schwer nachzuverfolgen. Dass über 350 Mrd. Dollar kriminellen Ursprungs in den weltweit verzweigten Bankensystemen gewaschen werden, sei daher durchaus möglich und vorstellbar, betont Dolata gegenüber pressetext. Um Geldwäsche bei Banken in Zukunft zu vermeiden, bedürfe es einer international organisierten Behörde, die außerhalb des Bankennetzes steht. Nachdem der Interbankenmarkt faktisch zum Erliegen kam, waren jene Erlöse, die aus dem organisierten Verbrechen stammten, für einige Banken am Rande der Pleite „das einzig flüssige Investitionskapital“, wird UNODC-Chef Antonio Maria Costa vom Observer zitiert. Bei welchen Häusern dies der Fall gewesen sei, wollte Costa nicht erklären. Einzelne Institute sollten nicht angeprangert werden, vielmehr müsse das Problem benannt werden. Offenbar hatte es Hinweise gegeben, dass der Großteil des Geldes aus dem Drogenhandel stammte.

Mittlerweile sei die Gefahr der Geldwäsche bei Finanzinstituten zwar wieder geringer, da sie dank der verfügbaren Liquidität auf dem Markt nicht mehr auf Drogengelder angewiesen seien. Allerdings sind Banken im Kampf gegen Geldwäsche ohnehin zu nachlässig. Die UNODC dürfte gleichzeitig von Beamten aus Großbritannien, der Schweiz, Italien und den USA auf das Problem aufmerksam gemacht worden sein.

Weblinks:
www.unodc.org
www.bdk.de
pressetext.com/news/090801006

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