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Unsere Gesundheit ist auch politisch

Die Konsumgesellschaft verringert unsere Fähigkeit, Infektionskrankheiten zu überleben

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Foto: Freepik.com

Berlin (iz). Am 14. April wurde die Zahl, der auf aller Welt an COVID-19 Verstorbenen mit 120.600 (lt. Statista.com waren es am 24.04. mehr als 190.00) Menschen angegeben. Die Vereinigten Staaten mit ihren über 330 Millionen Einwohnern stellten davon 23.000 der Toten. 10.000 der Opfer fielen alleine auf die Stadt und den gleichnamigen Bundesstaat New York (am 24.04. wurden Zahlen von bis zu 20.000 berichtet) und nur 470 gab es zu dem Zeitpunkt in Florida (lt. Staatsregierung 1.019 am 24.04.); einem der Staaten, der am umfassendsten getestet und Maßnahmen ergriffen hat. Indien, mit seiner Gesamtbevölkerung von 1,3 Milliarden Einwohnern, verzeichnete bis zum gleichen Datum offiziell nur 339 Tote!

Der Unterschied in der Sterblichkeitsrate kann mit der Härte der Antwort und Gewissenhaftigkeit in der Umsetzung von Maßnahmen erklärt werden, die eine Ausbreitung des Virus verhindern sollten.

Zumindest bei einigen Ländern scheint es funktioniert zu haben. So wie Taiwan (23,7 Mio. Einwohner) mit seiner Handvoll Toter oder verzeichnete das Königreich Marokko (37 Mio. Einwohner) bisher kaum mehr als 150 Tote. Afrika hat mit seinen Protokollen zum Krankheitsmana­gement gute Ergebnisse erzielt. Die ersten Tests wurden in ca. 4 Stunden durchge­führt, während sie in Europa und den USA Tage dauerten.

Das erste, was der Virus und die durch ihn ausgelöste Erkrankung COVID-19 offenlegte, war die Wirksamkeit oder fehlende Effektivität der Art und Weise, in der wir regiert werden. Das Gleiche gilt für die Sorge oder ihr Fehlen um die Rettung von Leben. Sollten wir irgendwann aus der Pandemie herauskommen, müssen wir die Art und Weise hinterfragen, wie unsere ­Regierungen und die politische Klasse überhaupt reagiert haben.

Die großen Fragen müssen dabei über Rhetorik hinausgehen. Wie haben unsere Regierungen wirklich gehandelt, um unser Leben zu schützen? Und wie verändert dies die Art und Weise, wie wir unsere Politik gestalten wollen. Es ist klar geworden, dass unsere Gesundheit in erheblichem Maße von unserer Politik sowie der existierenden Führung abhängt. Frühe Kontakt- und Ausgangssperren beispielsweise waren vorerst entscheidend  für niedrigere Sterberaten.

Unsere Gesundheit ist politisch. Und wenn wir die abgründigen Verhältnisse der USA, Großbritannien, Italien, Spanien oder Brasilien verhindern wollen, müssen wir entsprechend organisiert sein. In Großbritannien verließen die Menschen während der Ausgangssperre weiterhin Flugzeuge aus betroffenen Ländern und fuhren dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln direkt nach London. Sie wurden weder getestet noch unter Quarantäne gestellt. Überrascht es da, dass in Großbritannien über 10.000 Todesfälle zu verzeichnen waren?

Unsere Konsumgesellschaft tötet uns buchstäblich und verringert unsere Fähigkeit, Infektionskrankheiten zu überleben. Die Frage ist, warum wir weiterhin an ­Krankheiten leiden, die mit Ernährung und Lebensstil verbunden sind und die Armen in unseren Gesellschaften über­proportional betreffen. Unser Lebensstil hat einen schrecklichen Preis! Was werden wir nach der CoViD-19-Pandemie dagegen tun, wenn der politische Wille dazu offensichtlich fehlt?

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