IZ News Ticker

„Unsere Moschee für Kölle“

Nach langem Hin und Her steht das Großprojekt vor Inbetriebnahme

Werbung

Foto: DITIB Köln 2017

(KNA). Es ist eine Kaskade in Weiß und Gold, die den Betrachter bestürmt. An den Wänden bilden 1.800 Stuckplatten geometrische Muster. Ein gewaltiger Kronleuchter setzt arabische Kalligrafien in Szene. An der Frontseite des Raumes rahmen Predigt- und Lehrkanzel die Gebetsnische ein: Im Kuppelsaal der Kölner Zentralmoschee ist alles bereit für die ersten muslimischen Betenden. Damit wäre eines der größten islamischen Gotteshäuser Deutschlands praktisch in Betrieb – mit jahrelanger Verspätung, aber pünktlich zum Ramadan.

Seit rund 20 Jahren träumen die Mitglieder des deutsch-türkischen Moscheeverbandes DITIB an dessen Bundessitz in Köln von einem angemessenen Ort der religiösen, kulturellen und sozialen Begegnung. Nach einem Architektenwettbewerb war 2009 Baubeginn im bunten Stadtteil Ehrenfeld – von Anfang an unter hohen Erwartungen.

Ursprünglich sollte der von den renommierten Architekten Gottfried und Paul Böhm entworfene kühne Komplex im Jahr 2012 öffnen. Die Fertigstellung des Zentrums mit Seminar- und Büroräumen, Einkaufspassage und Tiefgarage verzögerte sich aber unter anderem wegen Querelen um Baumängel. Die juristische Auseinandersetzung dauert an. Laut DITIB-Angaben sind gut zwei Drittel der Kosten des 30-Millionen-Projekts über Spenden gedeckt.

„Ein Gesamtkunstwerk“, nennt Projektleiter Selim Mercan das Bauvorhaben, das er seit 2014 betreut. Das Herzstück der über großzügige Freitreppen zugänglichen Anlage ist der 36 Meter hohe, rund 1.200 Besucher fassende Kuppelsaal mit seinen geschwungenen Betonschalen und Glasfassaden. Hier gibt es eigene Galerien für die Frauen der Gemeinde. Die beiden Minarette bringen es auf 55 Meter – etwa ein Drittel des 157 Meter hohen Doms in Köln.

Es gehe um eine Verbindung orientalischer Elemente mit einem modernen Islam, wie er ins weltoffene Köln passt, erläutert Mercan und weist auf Deckenmedaillons mit arabischen Blattgold-Inschriften hin: Sie sind unter anderen Abraham, Mose, Noah und Jesus gewidmet – Persönlichkeiten, die für Christen wie für Juden und Muslime bedeutend sind. „Das ist ein sehr schönes Zeichen“, findet der Bauingenieur. Schon 2007 warb eine Imagekampagne mit dem Motto „Unsere Moschee für Kölle“ um ein religionsverbindendes Wir-Gefühl.

Dieses Ziel unterstützt auch Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses und Mitglied des Moscheebeirats: „Es gibt für die rund 120.000 Muslime in Köln 70 Moscheen, die meisten in Hinterhöfen. Das ist kein Zustand.“ Um dies zu ändern, sei der Beirat aus fast 40 Personen angetreten. Auf die fast fertige Moschee solle dadurch kein Schatten fallen, hoffen die Hausherren und laden zu Führungen ein. Der große Konferenzsaal für rund 750 Besucher wurde unter anderem schon für eine Aufführung des städtischen Kulturfestivals „Acht Brücken“ geöffnet. Und am Freitagsgebet könne ohnehin jeder teilnehmen, heißt es. Das findet vorläufig in einem Raum statt, der nach Vollendung des Kuppelsaals Jugend- und Sportangeboten dienen soll.

Einen Termin für die offizielle Eröffnung gibt es laut DITIB noch nicht, doch soll es dazu dann viel Prominenz und Programm geben. „Wir sind alle sehr stolz“, sagt Projektleiter Mercan. „Das Ergebnis spricht für sich.“

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen