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Verbände beklagen „fehlende Solidarität“ mit der Türkei

Erklärung: Es herrscht eine permanente Verharmlosung. Vertrauen bei Türkischstämmigen in Deutschland zerrüttet

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Foto: Pivox | Lizenz: CC BY-SA 4.0

Köln (KNA). Zum ersten Jahrestag des Putschversuchs in der Türkei beklagen mehrere muslimische Organisationen „fehlende Solidarität“ und eine „unterkühlte Reaktion Europas“, die die „Türkeistämmigen sehr verunsichert“ habe. „Dass Europa das große Trauma des 15. Juli nicht erkannt hat, stimmt bis heute traurig“, heißt es in einer in Köln veröffentlichten Erklärung des deutsch-türkischen Moscheeverbands DITIB mit der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) und der Union der türkisch-islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB). Zugleich kündigten sie an, an das heutige Freitagsgebet in ihren Moscheen eine religiöse Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen aus der Putschnacht anzuschließen.

Die Türkeidebatte sorge bis heute für „massive Irritationen“, heißt es weiter: „Die Sorgen der Menschen um die Zukunft ihres Herkunftslandes wurden zum Problem und als ein Zeichen von Illoyalität und Fremdheit gewertet.“ Zudem verfestige sich „das ungute Gefühl, als mache sich eine allgemeine Enttäuschung über das Scheitern des Putsches breit“. Dieses Gefühl werde verstärkt „durch die permanente Verharmlosung der Gefahr für die Türkei und die fehlende Solidarität mit dem türkischen Volk“.

Hinter dem Putschversuch sehen die Verbände einen „sektenähnlich formierten Parallelstaat“, der nahezu den gesamten Staatsapparat „mit Seilschaften und rechtswidrigen Mitteln unterwandert hat, mit dem Ziel, die Staatsmacht – notfalls mit Gewalt – an sich zu reißen“. Auch der „PKK-Terror gefährdet die innere Sicherheit des Landes bereits seit Jahrzehnten massiv und wird zunehmend aggressiver“, heißt es weiter.

Das Vertrauen der Türkeistämmigen in Politik und Medien sei massiv zerrüttet. Daher sei es „mehr denn je erforderlich, die deutsch-türkischen Beziehungen auf das gewohnte freundschaftliche Niveau anzuheben“.

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