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Vertrauen und sich vorbereiten

Zu den spirituellen Glaubensgrundlagen im Umgang mit einer globalen Pandemie

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Foto: Adobe Stock, Simply Amazing

(iz). In der gegenwärtigen und weltweiten Angst und die Gesundheit, in der Menschen Reisen absagen, ­Besuche zum Hause Allahs und der ­Moschee seines Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, ausgesetzt wurden, werden große Menschenansammlungen in Ländern nah und fern abgesagt oder unterbunden. Des Weiteren werden weitreichende Änderungen in unserem Alltag diskutiert oder sind schon umgesetzt.

Daher ist es wichtig, dass wir uns an eine entscheidende und grundlegende Wahrheit erinnern: Alle Macht gehört Allah und nichts geschieht, außer dass Er es will. Wir unterliegen der Illusion, wir seien die einzigen Herren unseres Schicksals, die Hauptakteure in unserem Handeln und dass die Ereignisse und Variablen durch uns kontrolliert werden. Wie wir aus dem Buch Allahs wissen, wäre das voreilig und falsch von uns. Er sagt in Seinem Qur’an: „Der Mensch geht wahrlich zu weit, dass er von sich meint, sich selbst genug zu sein.“ (Al-’Alaq, Sure 96, 7-8) Was Allah für uns entschieden hat, wird sich ereignen. Es gibt kein Entkommen vor dem Schicksal. Allah, der Erhabene, sagt: „Wo immer ihr seid, wird euch der Tod einholen; selbst, wenn ihr in einer unbezwingbaren Festung seid.“ (An-Nisa, Sure 4, 78)

Wir können Katastrophen nicht verhindern. Selbst der Versuch führt häufig zu größeren. Je mehr wir unseren Griff um die Welt stärken wollen, desto mehr entschwindet sie unserem Zugriff und desto mehr Chaos entsteht.

Das gilt für jeden Lebensbereich – medizinisch, ökonomisch, geologisch oder politisch. So wird ein Teil der massiven Überflutungen in Großbritannien modernen Techniken und der fortschreitenden Entwaldung zugeschrieben. Das setzt die Böden dem Regen aus und erodiert ihre Struktur, wodurch Niederschläge sich viel schneller ausbreiten konnten.

Eine Welt, auf deren Kontrolle und Verstehen so viel Energie aufgewandt wird, hört auf, irgendeinen Sinn zu ergeben. In so einem Zustand kommen und gehen die Ereignisse wie im Fieber. Das lässt uns verwirrt und unsicher zurück. Beide Gefühle sind die Folge unseres Verlangens nach Kontrolle. Wenn wir unsere eigene Stellung im Gefüge der Ordnung begreifen, und nur auf den Einen vertrauen, der uns erschuf, dann bekommt alles Sinn. Und wir erfahren Frieden und Ruhe. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Allah gibt Trost und Ruhe durch Zufriedenheit und Gewissheit.“ Tun wir dies, dann entdecken wir neue Hoffnung und erkennen, dass unsere eigene Unzulänglichkeit nicht länger fürchten müssen. Wir müssen uns nicht mehr mit unserem eigenen Mangel an Fähigkeit beschäftigen. Unsere Bedürfnisse sollen befriedigt werden – trotz unseres Selbst und seiner Launen.

Die erste Stufe für ein zufriedenes Leben ist die Anerkennung, dass keine Macht und Stärke außer mit Allah ist. Es ist die Akzeptanz, dass alle Ergebnisse in Seinen Händen liegen – nicht in unseren. Allah, der Erhabene, sagt in Seinem Qur’an: „Und dein Herr erschafft, was Er will, und wählt. Ihnen aber steht es nicht zu, zu wählen.“ (Al-Qasas, Sure 28, 68)

Und die zweite Stufe ist die, unser Verlangen mit dem in Überstimmung zu bringen, was Allah will. Und Allah will von uns, dass wir an Ihn glauben, dass wir Seiner gedenken und Seinen Befehlen folgen. Allah will nicht das Gegenteil. Er sagt: „Wenn ihr ungläubig seid, so ist Allah eurer unbedürftig, obgleich Er mit Unglauben für Seine Diener nicht zufrieden ist.“ (Az-Zumar, Sure 39, 7) Wenn uns das gelingt, wird uns die Welt dienen.

Die Anerkennung des Göttlichen Willens und unseres Schicksals, heißt keinesfalls, nicht zu planen und nicht vorausschauend zu handeln. Es bedeutet nicht, dass wir uns nicht darum bemühen sollten, unsere Angelegenheiten zu erledigen und in Ordnung zu bringen. Im Gegenteil. Das Planen ist eine Notwendigkeit. Wenn nicht ein Plan, so ist doch das Fassen einer Absicht für die Zukunft (arab. nijja) laut Mehrheit der Gelehrtenmeinungen, eine Vorbedingung für die Gültigkeit von Handlungen der Anbetung. Wollen wir, dass unser Leben als Akt der Anbetung von unserem Herrn angenommen wird, brauchen wir diese Absicht.

Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Die Handlungen sind nur durch die Absichten.“ Das gilt für Handlungen ganz allgemein im Laufe des Lebens. Diese Nijja kann sich auf lange Sicht im Leben sogar als wertvoller erweisen als die Handlung selbst. Der Gesandte Allahs, Heil uns Segen auf ihm, sagte: „Die Absicht des Gläubigen ist besser als seine Handlung.“ Die Nijja selbst gilt als lobenswerte Handlung, selbst wenn aus ihr keine materielle erwächst. Denn Allah, der Erhabene, sagt in einem Hadith Qudsi: „Wenn mein Diener eine Absicht fasst, eine gute Handlung zu vollziehen, diese aber nicht ausführt, wird ihm eine vollständige gute Handlung angerechnet.“

Absichten und Planen sind wichtige Dinge in allen Aspekten unseres Lebens. Das gilt auch in jenen Bereichen, die wir häufig als rein „weltlich“ betrachten wie Erhaltung der Gesundheit, Handel, Reisen oder Heirat. Sie machen einen Eckstein unseres Lebens auf diesem Planeten aus. Wir müssen die Eigenschaft des Verstandes gebrauchen, mit der Allah uns ausgestattet hat. Ergreifen wir Vorsichtsmaßnahmen, wenn diese notwendig werden. Ein Beispiel dafür ist das Verhalten im Umgang mit Infektionskrankheiten.

Jedoch kommt es jeder Person zu, sich nicht in eine Situation zu begeben, in welcher Allah, der Erhabene, dies tun könnte. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wenn ihr von Krankheit in einem Land hört, geht nicht in dieses Land. Und wenn ihr euch in einem Land wieder­findet, in der diese Krankheit zuschlägt, verlasst dieses Land nicht, um vor dieser Krankheit fortzulaufen.“ Mit anderen Worten, weder sollten wir uns selbst ­gefährden, indem wir solch ein Land ­betreten. Noch sollten wir andere gefährden, indem wir es verlassen.

Wir ergreifen die nötigen und rationalen Vorsichtsmaßnahmen und vertrauen dann auf Allah.

Wir sollten auch vorausplanen. Denn der Prophet sagte: „Das Vorausplanen ist die Hälfte der Angelegenheit.“ Alle Pläne und Absichten können nur auf der richtigen Grundlage stattfinden. Sobald wir unsere eigenen Launen dem Befehl Allahs vorziehen, fassen wir keinen Plan mehr, sondern schmieden, wie Allah es im Qur’an sagt, Ränke. Das Ergebnis ist in den Händen Allahs.

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Habib Bewley

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