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Vertreter muslimischer Gemeinschaften fordern Prof. Khorchide“ zur „Reue“ für seine Thesen auf

Aufruf in Richtung Münster

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(iz). In einem – für die Geschichte der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland – bisher einmaligem Vorgehen wandten sich Vertreter von drei muslimischen Organisationen an den Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster. Wie Nebahat Uzun von der türkischen Tageszeitung „Türkiye“ in der Donnerstagsausgabe (21. Februar 2013) berichtete, sei Mouhanad Khorchide aufgefordert worden, „‘Reue‘ für seine Thesen abzulegen und sich wie ein Muslim zu verhalten“, berichtete das Blatt über den Sachverhalt.

Neben seinem aktuellen Buch hatte der Inhaber eines Münsteraner Lehrstuhls und Institutsleiter auch in Artikeln und Interviews immer wieder mit Thesen auf sich aufmerksam gemacht, der aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine kleine Minderheit der Muslime in Deutschland folgen dürfte. Prof. Khorchides These, wonach Menschen, die nicht an Gott glauben würden, aber einen guten Charakter hätten, Muslime sein könnten, schade dem Islam und führe dazu, dass die Religion falsch verstanden werde, hieß es in dem türkischen Artikel.

In diesem Kontext verwiesen Dr. Zekeriya Altug (Leiter des Regionalverbandes Nord der Ankara-nahen DITIB), Dr. Mustafa Yoldas (Leiter der Schura Hamburg) sowie Ramazan Ucar (Leiter des Regionalverbandes des Bundes Islamischer Gemeinschaften in Hamburg) auf die Rolle, die Dr. Mouhanad Khorchide zukünftig bei der Ausbildung von „LehrerInnen für den bekenntnisorientierten Islamischen Religionsunterricht“ spielen soll.

//3//„Die Begrifflichkeit von dem und über den Islam werden in diesen Zeiten neu zu definieren versucht. Gerade dann sollte jeder auf seine Wortwahl achten. (…) Es gehört zu den fundamentalen Bestandteilen des Islam, an Gott und Seinen Propheten zu glauben und diesen Glauben mit der Praxis zu unterfüttern. Der alleinige Glaube bringt keinen Nutzen. So wie es keinen Glauben ohne Praxis geben kann, gibt es auch keine Praxis ohne Glauben“, zitierte Uzun den DITIB-Verteter.

Diese Aussage wurde von Dr. Mustafa Yoldas bekräftigt. Er ist der Ansicht, dass Prof. Khorchides Thesen seiner Eigenschaft als Wissenschaftler geschadet hätten. Die Muslime seien nicht in der Lage, „die Grundprinzipien unserer Religion herzugeben, nur weil die Erwartungshaltung der deutschen Öffentlichkeit in diese Richtung geht. Wenn die Menschen nicht danach leben, woran sie glauben, fangen sie an, daran zu glauben, wonach sie leben.“

„Es ist schön zu hören, dass Prof. Khorchide den guten Charakter innerhalb unserer Religion sehen möchte. Seine Unkenntnis über die islamischen Glaubensgrundsätze lassen die Diskussion entfachen, wo er promoviert hat und wie er zum Professor wurde. Schließlich zeigt dies nur das Gesinnungschaos in Münster“, war eine der Aussagen von Ramazan Ucar. Khorchide sei laut Ucar eingeladen, „die Reue (Tauba) abzulegen und sich wie ein Muslim zu verhalten“.

Insbesondere der letzte Aspekt ist in Insiderkreisen längst ein offenes Geheimnis. Obwohl der Standort Münster – eine von fünf Fakultäten der so genannten „Islamischen Theologie“ – durch Politik und Massenmedien als Vorzeigemodell gehandelt wurde, sehe es nach Aussagen mehrerer Beobachter hinter den Kulissen anders aus. So sollen einige Aspiranten und Studenten angesichts der dortigen Verhältnisse mittlerweile an andere Standorte abgewandert sein. (mö)

Die Islamische Zeitung wird in der kommenden Ausgabe ein umfangreiches Interview mit dem Fachmann Abdurrahman Reidegeld zum Stand der „Islamischen Theologie“ veröffentlichen.

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