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Von Wissen und Metapher. In der gesamten islamischen Weisheitslehre spielt das Licht eine wichtige Rolle. Von Mostafa Badawi, Medina

Zwischen Welt und spiritueller Gewissheit

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(iz). Licht ist diejenige Sache, die selber sichtbar ist und andere Dinge ans Tageslicht bringt. Das physikalische Licht wird mit dem körperlichen Auge gesehen und enthüllt die Dinge, auf die es in der sichtbaren Welt fällt. Das Licht der Vernunft ist unsichtbar für das körperliche Auge, aber diesem auf seine eigene Art und Weise ähnlich. Aus diesem Grund werden Dinge, wenn wir über sie nachdenken, einsichtig. Wir sagen dann: „Ich sehe“.

Auf einer höheren Ebene gibt es das Licht der Gewissheit, welches vom spirituellen Auge des Herzens (Basira) gesehen werden kann. Die erste Sache, die Allah erschuf, war Licht, denn verglichen mit dem Nichts, welches vollkommene Dunkelheit ist, ist das Dasein Licht. Und ultimativ gibt es das Göttliche Licht: „Allah ist das Licht der Himmel und der Erde.“ (An-Nur, 35)

Die Schöpfung ist die Reflexion der Göttlichen Namen und Eigenschaften. Offenbarte Schrift, das Wort Allahs, ist ebenfalls Licht. Denn Allah sagt: „Sprich: ‘Wer sandte das Buch nieder, das Moses als ein Licht und eine Führung für die Menschen brachte?’“ (Al-An’am, 91)

Im Qur’an adressiert Allah die Juden und die Christen wie folgt: „Dies sind jene, die dem Gesandten, dem Propheten folgen, der des Lesens und Schreibens unkundig ist; dort in der Thora und im Evangelium werden sie über ihn (geschrieben) finden: er gebietet ihnen das Gute und verbietet ihnen das Böse, und er erlaubt ihnen die guten Dinge und verwehrt ihnen die schlechten, und er nimmt ihnen ihre Last hinweg und die Fesseln, die auf ihnen lagen. Diejenigen also, die an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm herabgesandt wurde, die sollen erfolgreich sein.“ (Al-’Araf, 157)

Hier nennt Allah den Qur’an ein Licht, so wie er die vorangegangenen Offenbarungen – die durch den Qur’an aufgehoben sind – der Thora und des Evangeliums ebenfalls als Lichter bezeichnet. Die äußere Form dieses Lichts wird Rechtleitung genannt und bezieht sich auf die Freude am Nützlichen, am Verbot des Schädlichen und den rechtlichen Bestimmungen und Verboten. Die Leute des Buches (Juden und Christen) werden – wie an vielen anderen Stellen auch – von Allah aufgefordert, das Licht des Qur’ans anzuerkennen.

In einem anderen Vers nennt Allah Seinen Propheten ein Licht und fordert wiederum die Anhänger der vergangenen Religionen auf, dieses Licht zu erkennen und ihm zu folgen. Darin heißt es: „O Leute der Schrift, Unser Gesandter ist nunmehr zu euch gekommen, um euch vieles zu enthüllen, was ihr von der Schrift geheim gehalten habt, und (er ist zu euch gekommen,) um gegen vieles Nachsicht zu üben. Wahrlich, zu euch sind ein Licht von Allah und ein klares Buch gekommen. Damit leitet Allah jene, die Sein Wohlgefallen suchen, auf die Wege des Friedens, und Er führt sie mit Seiner Erlaubnis aus den Finsternissen zum Licht und führt sie auf einen geraden Weg.“ (Al-Ma’ida, 15-16) Das Licht des Propheten und des Qur’an, wenn man sie mit Akzeptanz annimmt, wird die Betreffenden auf dem Schatten des Fehlers in das Licht das Glaubens, der Gewissheit und der Nähe zu Allah führen. Denn Er ist es, Der sie auf dem Geraden Weg rechtleiten wird.

Das Licht des Qur’an zu empfangen, bedeutet den Empfang der zeitlosen Essenz. Aber auch auf einer anderen Ebene führen die verschiedenen Lichter, die dieser Essenz entstammen, zu Rechtleitung, Wissen, dem Glauben im Herzen und der Gewissheit. Die Segnungen (Baraka) des qur’anischen Lichts manifestieren sich und strahlen überall dorthin, wo er rezitiert wird.

Das Universum ist ein Gewebe aus Lichtern, von dem wir nur einen kleinen Teil in der materiellen Welt wahrnehmen. Wir wissen über sie auch nur das, was wir von ihnen durch den Qur’an und die prophetischen Aussagen erfahren haben. „Die Engel“, sagte der Gesandte Allahs, „wurden aus Licht erschaffen“ (Muslim). Über den Schwarzen Stein der Ka’ba und den Maqam (Ort) von Ibrahim in Mekka unterrichtete uns der Prophet: „Die Ecke (des schwarzen Steins) und der Ort (Maqam) sind zwei Rubine der Rubine des Paradieses, das Licht, welches Allah abgeschwächt hat. Hätte Allah ihre beiden Lichter nicht abgeschwächt, dann hätten sie alles erleuchtet, was zwischen dem Osten und dem Westen ist“ (Tirmidhi). Auch das rituelle Gebet ist nach Aussage des Gesandten Allahs Licht (Muslim, Tirmidhi). Daher erleuchtet die Verrichtung freiwilliger Gebete unsere Häuser und diejenigen, die im Dunkeln auf dem Weg zur Moschee sind, sollen ein vollkommenes Licht am Tag der Auferstehung haben.

Der Prophet sagte: „Am Jüngsten Tag werden Leute kommen, deren Licht wie das Licht der Sonne ist.“ Abu Bakr fragte ihn: „O Gesandter Allah, sind wir diese Leute?“ Die Antwort war: „Nein, euer Licht wird sehr gut sein, aber dies sind die Armen“ (Haitami).

Das physikalische Licht, welches der Blinde nicht sehen kann, der Kontrast zwischen der Kühle des Schattens und der Schmerz der brennenden Hitze, und das Licht des Lebens angesichts der Schwärze des Todes werden von Allah im Qur’an als Gleichnisse für das Licht des Glaubens und die Schatten der Bedeckung der Wahrheit verwendet. Diejenigen, deren Herzen tot sind, können das Licht der Offenbarung nicht empfangen. In Wirklichkeit sind sie tot, beerdigt in ihren Gräbern, die ihre materiellen Körper sind – auch wenn das letztere lebendig und beweglich zu sein scheint. Das eigentliche Leben ist das Leben des Geistes, das Licht der Nähe zum ewigen Licht Allahs.

Im Lichte all dessen können wir auch den berühmten „Lichtvers“ (An-Nur, 35) verstehen, der über das Licht des Glauben in den Herzen der aufrichtigen Muminun auf die folgende Art und Weise spricht: „Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist gleich einer Nische, in der sich eine Lampe befindet: Die Lampe ist in einem Glas; das Glas gleich einem funkelnden Stern. Angezündet (wird die Lampe) von einem gesegneten Ölbaum, der weder östlich noch westlich ist, dessen Öl beinahe leuchten würde, auch wenn das Feuer es nicht berührte. Licht über Licht. Allah leitet zu Seinem Licht, wen Er will. Und Allah prägt Gleichnisse für die Menschen, und Allah kennt alle Dinge.“

Eine der möglichen Bedeutungen dieses Verses ist, dass Allah die Sonne und den Mond erschaffen hat, welche die irdische Welt erhellen. Er schuf die Bücher, Propheten, die Gelehrten der menschlichen Herzen, die Engel für die sieben Himmel und vieles mehr. „Sein Licht ist gleich …“ ist die Reflexion Seines Lichts in der erschaffenen Welt. Wie von Ibn ‘Abbas und anderen vertreten wird, ist die vollkommenste Reflexion Seines Lichts der Prophet Muhammad.

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