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Vorab aus der aktuellen Ausgabe: Das Beispiel der Vereinigten Staaten zeigt, dass in den verschiedenen Gemeinschaften enorme Potenziale ruhen. Von Mahvish Irfan

Die Kaufkraft der amerikanischen Muslime

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(TMO). Mitte November hielt das American Muslim Consumer Consortium (AMCC) seine fünfte Jahreskonferenz ab. Das ehrenamtliche Unternehmen, das von Faisal Masood gegründet wurde, kümmert sich um die Bedürfnisse amerikanisch-muslimischer Verbraucher. Außerdem möchte man es Firmen ermöglichen, Produkte für diesen Markt zu entwickeln. Auf der ausverkauften Konferenz referierten 25 hochkarätige Sprecher vor einer geschäftigen Menge von 400 Profis aus verschiedenen Geschäftszweigen. Für den vielversprechendsten Unternehmer wurde ein Preis von 10.000 US-Dollars ausgelobt.

Das Thema der Veranstaltung, globale Perspektiven des muslimischen Marktes, bot die ideale Überleitung für die Vorstellung der Studie zum amerikanisch-muslimischen Verbrauchermarkt 2014 von dem Consultingbüro DinarStandard, die in Kooperation mit dem AMCC produziert wurde. Die Erhebung untersuchte 973 US-Muslime aus den wichtigsten ethnischen und geografischen Segmenten der Vereinigten Staaten. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei der Kaufkraft und dem Konsumverhalten gewidmet.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen: der amerikanisch-muslimische Bevölkerungsanteil wächst schnell, er wandelt sich zusehends zu gebildeten, bewussten Verbrauchern und es gibt wichtige Gewinnmöglichkeiten für Unternehmen, die bereit sind, seinen Anforderungen gerecht zu werden.

Eine vorsichtige Schätzung von DinarStandard beläuft sich darauf, dass die muslimische Bevölkerung von über fünf Millionen Menschen rund 98 Milliarden US-Dollars an verfügbarem Einkommen auf sich vereinen kann. Gerade auf dem Gebiet der so genannten Halal-Lebensmittel, sind Statistiken besonders erstaunlich. Landesweit sollen die US-Muslime schätzungsweise 13 Milliarden US-Dollar für Lebensmittel und Getränke ausgeben.

Führende Produzenten wie Adnan Durrani, CEO und Gründer von American Halal Co. Inc., steigern die Bedeutung des Halal-Konsums, sodass es sich mit der Marktentwicklung in Richtung eines „bewussten Konsums“ bewegt. Mit anderen Worten, amerikanische Muslime kaufen Halal-Produkte nicht länger nur, weil sie als „halal“ etikettiert werden. Vielmehr suchen sie nach Werthaltigkeit, Qualität und korrekter islamischer Praxis. 66 Prozent aller Befragten sagten aus, dass sie von Hand geschlachtetes Fleisch bevorzugen (seit 2011 eine Steigerung um 11 Prozent). Das sei ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Nachfrage für ethische Produkte auf islamischer Basis blühe.

Trotz der enormen Erfolge bestehender Firmen, wollen die muslimischen Konsumenten in den USA mehr. Wie aus der DinarStandard-Studie ersichtlich wird, sagten 86 Prozent aller Befragten aus, dass sie viel mehr ethische Halal-Produkte in ihren lokalen Supermärkten wollten. Zweifelsohne öffnet diese Nachfrage die Schleusentore der Gelegenheit für landesweite Ketten. „Die Verbraucher sind bereit, einen Aufschlag zu zahlen, damit ihre Werte reflektiert werden“, meinte Shahed Amanullah, Gründer von Zabiha.com.

Der Wert, den US-Muslime der Bildung beimessen, und den Preis, den sie dafür zu zahlen bereit sind, ist einer der wichtigsten Faktoren, der US-Muslime von anderen Bevölkerungsanteilen unterschiedet. Dr. Hatem Bazian, Mitbegründer und Verantwortlicher für akademische Fragen am Zaytuna College, merkte an, dass „30 Prozent der muslimischen Gemeinschaft einen Bachelor-Abschluss haben, 25 Prozent waren auf einer Hochschule für Aufbaustudien und 5 Prozent haben einen Doktortitel“. Die Zahlen sind deutlich höher als der nationale Standard.

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