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Vorab aus der kommenden Ausgabe: Muslime beklagen die Islam-Aufklärung der Medien. Haben sie Recht? Von Khalil Breuer

Hart aber (un-)fair?

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(iz). Aiman Mazyek ist zweifellos ein Medienprofi. Aber auch er hatte bei der Talkshow „hart aber fair“ einige Schwierigkeiten, mit der Welt der aufgerufenen Assoziationen fertig zu werden. Wie immer ging es wild durcheinander. Es wurden Qur’ranverse zitiert, Burka tragende Konsumentinnen in München gezeigt; Politiker aus der Türkei angeführt, bis hin zum Vorwurf, die Verbände seien nur halbherzig in ihrer Arbeit gegen den Terrorismus engagiert.

Letzteres ist natürlich ein Hammer, denn es könnte dem Publikum sogar suggerieren, dass in den muslimischen Verbänden eine in der angeblichen Apathie versteckte „Sympathie“ für Massenmörder und Straftäter verborgen ist. Neu ist der Stil dieser Sendungen nicht. Die thematische Überfrachtung der Sendungen hat Methode und sie geht meist zu Lasten der Muslime.

Auch dürften die Teilnehmer selbst kaum überrascht gewesen sein, so hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime schon vor der Sendung Bedenken via Twitter geäußert: „Es könnte wieder einmal nur um den Austausch von Vorurteilen gehen.“ Nach der Sendung beklagt Mazyek nun, an den Pranger gestellt worden zu sein. Helfen solche Sendungen also wirklich der Reputation der Muslime in Deutschland, oder verstärken sie noch eher die Konfusion? Darüber kann man nicht nur streiten, darüber wird inzwischen auch gestritten.

Die Meinungen gehen auseinander: Die einen wünschen sich eine stärkere Zurückhaltung der muslimischen Repräsentanten, die zudem auch in der gebotenen Bescheidenheit klarstellen müssten, dass sie nicht für alle Muslime sprechen können. Die anderen sehen dagegen die Notwendigkeit, eben jede Gelegenheit zu ergreifen, die Stimme zu erheben und falsche Bilder zu korrigieren. Letztendlich sind die Muslime wohl darauf angewiesen, dass auch andere Formate, als Talkshows die komplexe Thematik inhaltlich behandeln.

Nur, wo sind diese Formate? In letzter Zeit beklagen zudem nicht nur islamische Medien die oft tendenziöse Berichterstattung der Printmedien. „Hart aber Fair“-Boss Blasberg lieferte hier in seiner Sendung indirekt die statistischen Grundlagen. Eine wachsende Mehrheit lehnt den Islam ab und es sind genau diese Mehrheiten, die auch die Käufer der Magazine sind. Hier wäre also der Anspruch gegenüber den öffentlich-rechtlichen Medien, besonnen gegenzusteuern; aber auch sie entscheiden sich zu häufig für die Inszenierung von Krawall. Es bleibt ein fader Beigeschmack und das Gefühl, dass die Teilnahme an Fernsehveranstaltungen der eigenen Sache soviel nützt wie sie schadet.

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Khalil Breuer

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